Zu hohes Tempo bremst den Erfolg

Studien zeigen, dass viele Jogger – insbesondere jüngere Männer – beim Lauftraining zu schnell unterwegs sind. (Foto: Halfpoint / Fotolia)
Studien zeigen, dass viele Jogger – insbesondere jüngere Männer – beim Lauftraining zu schnell unterwegs sind. (Foto: Halfpoint / Fotolia)

Viele Jogger laufen zu schnell und blockieren dadurch eine Leistungssteigerung.

(dbp/auh) Joggen, Radfahren oder Schwimmen – mit welcher Sportart kann man am schnellsten seine Kondition verbessern? „Wenn es nur um rasche Erfolge geht, ist Laufen am sinnvollsten“, erklärt Sportkardiologe Professor Herbert Löllgen. Um den gleichen Effekt wie beim Laufen zu erzielen, müsse man etwa doppelt so lange Fahrradfahren oder Schwimmen.

Aber auch, wer sich fürs Laufen entscheidet, braucht etwas Geduld. Es dauert etwa drei Monate, bis man eine optimale Leistungsfähigkeit erreicht. In den ersten vier Wochen sollte man es langsam angehen, rät der Experte. „Erst danach kann man sich steigern und fünf bis acht Kilometer am Stück laufen“, empfiehlt der Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

Übertriebener Ehrgeiz kann schaden

Um Herz-Kreislaufproblemen vorzubeugen, sollten sich Einsteiger, wenn sie 35 Jahre oder älter sind, unbedingt sportärztlich untersuchen lassen. Viele Hobbysportler, insbesondere junge Männer, machen den Fehler, mit einem zu hohen Tempo zu laufen. Die Folge: Statt der erhofften Leistungssteigerung droht ein Leistungsabfall. Außerdem führt die Überbelastung auf Dauer zu einer Schwächung des Immunsystems. Die gesundheitlichen Vorteile des Trainings können sich also durchaus in ihr Gegenteil verkehren.

Das ist ein Grund, warum Professor Löllgen allen Laufanfängern rät, sich einem Sportverein oder einer Laufgruppe unter Anleitung eines erfahrenen Trainers anzuschließen. Wer von Anfang an gesund und effektiv trainiert, hat mehr Erfolgserlebnisse und Spaß am Sport.

Tipps vom Sportmediziner:

  • Unabhängig von der Sportart gilt: Vor jedem Training aufwärmen, das heißt ein paar Minuten warmlaufen. Kein Stretching vor dem Laufen, denn im kalten Zustand sollten die Bänder nicht gedehnt werden.
  • Mehr als eine Sportart betreiben, zum Beispiel Laufen und Radfahren im Wechsel.
  • Parallel zum Ausdauersport auch zwei- bis dreimal die Woche Krafttraining machen.

Prinzipiell gelten diese Empfehlungen auch für Menschen mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere sollten sie mit ihrem Arzt besprechen, welche Sportart sich am besten eignet. Für stark übergewichtige Personen ist das Joggen keine gute Wahl. Sie beginnen lieber mit Radfahren oder Schwimmen. Das Aquacycling verbindet die Vorteile dieser beiden Sportarten, ist aber anstrengender und dadurch effektiver für die Gewichtsreduktion. Bewegung im (warmen) Wasser ist für Rheumapatienten ebenfalls gut geeignet.

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