Zittern, obwohl es nicht kalt ist

Zittern, Muskelsteife, Bewegungsarmut und Haltungsprobleme sind typische Symptome bei Parkinson-Patienten. Diese müssen jedoch nicht immer zusammen auftreten. (Foto: corbacserdar / Fotolia)
Zittern, Muskelsteife, Bewegungsarmut und Haltungsprobleme sind typische Symptome bei Parkinson-Patienten. Diese müssen jedoch nicht immer zusammen auftreten. (Foto: corbacserdar / Fotolia)

Parkinson-Patienten plagen massive Bewegungsstörungen.

(dbp/fru) Der englische Arzt Dr. James Parkinson war der erste, der das nach ihm benannte Parkinson-Syndrom beschrieben hat, eine Erkrankung des Nervensystems, an der in Deutschland mehr als 250.000 Menschen leiden. Das umgangssprachlich auch als „Schüttellähmung“ bezeichnete Leiden wird durch mehrere Krankheitszeichen charakterisiert, die jedoch nicht immer zusammen auftreten müssen.

Es gibt typische Symptome für Parkinson

Die Muskelsteife (medizinisch: Rigor) ist bei den meisten Parkinson-Patienten vorhanden. Hier ist das automatische Entspannen nach einer Muskelanspannung gestört. Das Zittern (medizinisch: Tremor) tritt insbesondere in Ruhephasen auf und fällt daher sofort ins Auge. Auch wenn der Patient versucht, die Hände ruhig zu halten, bewegen sich zumindest Daumen und Endglieder der Finger weiter hin und her. Zu den auffälligsten Zeichen eines Parkinson-Syndroms gehört die Haltungsinstabilität (medizinisch: Posturale Instabilität). Die Reflexe, die normalerweise dafür sorgen, dass wir auch in Bewegung unseren Körper automatisch ausbalancieren können, sind bei Parkinson-Erkrankten gestört. Dies geht auch mit einer erhöhten Sturzgefahr einher. Zudem kommt eine generelle Bewegungsarmut (medizinisch: Akinese) hinzu, die häufig auch unvorhergesehen auftritt und den Patienten somit nicht nur physisch sondern auch psychisch belastet.

Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen

Im Durchschnitt erkranken Menschen mit circa 60 Jahren an Parkinson, wobei die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, mit steigendem Lebensalter zunimmt. Etwa 1% der 60-Jährigen und 3% aller 80-Jährigen leiden unter dem Parkinson-Syndrom. Bei ungefähr 10% der Betroffenen wird die Krankheit jedoch schon vor dem 40. Lebensjahr diagnostiziert.

Männer und Frauen sind von einem Parkinson-Syndrom etwa gleichhäufig betroffen. Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass Bildungsstand oder Lebensstandard das Auftreten der Krankheit beeinflussen würden. Es wird jedoch vermutet, dass gerade bei Auftreten der Symptome in jüngeren Jahren (vor dem 40. Lebensjahr) genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten.

Parkinson wird durch eine Dopamin-Störung im Gehirn ausgelöst. Das Gehirn benötigt das Dopamin, um die Feinabstimmung der Muskelbewegungen durchführen zu können. Fehlt dieser Neurotransmitter, ist das regulierte Zusammenspiel von An- und Entspannung nicht mehr möglich. Erst wenn der Dopamin-Gehalt um 70 bis 80% abgesunken ist, treten Parkinson-Symptome auf.

Es gibt wirksame Behandlungsmethoden

Da Parkinson nicht heilbar ist, konzentriert sich die Therapie auf Symptomreduktion und eine hiermit verbundene Verbesserung der Lebensqualität. Dabei wird von medikamentöser Seite versucht, den Mangel an Dopamin durch Gabe von Levodopa auszugleichen. Hierbei handelt es sich um einen Stoff, der im Körper in Dopamin umgewandelt werden kann. Zudem stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die diesen Vorgang unterstützen. Die sogenannte tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein operatives Verfahren, bei dem eine Implantation von Elektroden ins Gehirn vorgenommen wird. Durch die anschließend individuell einstellbare elektrische Stimulation können die Bewegungsschwankungen und das Zittern reduziert werden.

Weitere ergänzende Therapieformen sind mit dem behandelnden Arzt individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen. Dabei spielt z. B. die Physiotherapie eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Beweglichkeit, Körperstabilität und Reaktionsfähigkeit zu fördern. Aber auch Logopädie und Psychotherapie können zum Einsatz kommen, wenn Sprechstörungen oder psychische Probleme auftreten.

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