Zellgift soll Prostatakrebs stoppen

Die Deutsche Krebshilfe fördert die Forschung. (Foto: Krebshilfe)
Die Deutsche Krebshilfe fördert die Forschung. (Foto: Krebshilfe)

(dbp/auh) Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt, gibt es womöglich zukünftig eine neue Therapiemöglichkeit bei fortgeschrittenem Prostatakrebs.

Ein bakterieller Giftstoff wird in Prostatakrebszellen eingeschleust und soll diese von innen zerstören. Die Forschung für dieses Konzept, das Wissenschaftler an der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg entwickeln, wird von der Deutschen Krebshilfe mit 352.000 Euro unterstützt.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart des Mannes. Neue und innovative Therapien gegen die Erkrankung, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium, zu entwickeln, ist ein wichtiges Anliegen der Deutschen Krebshilfe und der von uns geförderten Projekte“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 70.000 Männer neu an Prostatakrebs. Während der Tumor in einem frühen Stadium gut behandelbar ist, sinken die Heilungschancen, je später der Tumor entdeckt wird. Haben sich die Krebszellen schon im Körper ausgebreitet, sinkt die Lebenserwartung der Betroffenen drastisch.

Das Freiburger Forscherteam um Dr. Philipp Wolf hat ein sogenanntes Immuntoxin entwickelt, das einen Giftstoff und einen Antikörper enthält. „Der von uns verwendete Antikörper identifiziert das sogenannte Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) auf Prostatakrebszellen“, erläutert Wolf. „Als Giftstoff dient uns Exotoxin A aus dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa.“ Das Immuntoxin sucht zielstrebig nach Prostatakrebszellen, durchbricht die Membran und schleust seinen Giftstoff in das Zellinnere ein. Das Ergebnis: die Krebszelle wird zerstört.

Im Reagenzglas habe sich die Strategie bereits als erfolgreich erwiesen, in der klinischen Praxis wurde es noch nicht erprobt. Zusammen mit einer Chemotherapie wirke das Immuntoxin womöglich noch besser. Auch dies wollen die Wissenschaftler nun untersuchen. Besonders im späten Stadium einer Prostatakrebserkrankung könnte eine solche Kombinationstherapie erfolgreich sein.