Zeit und Geduld mitbringen

Wenn die Pflege zu Hause die Belastbarkeitsgrenze überschreitet, kann der Umzug des Demenzpatienten in ein Pflegeheim für alle Beteiligten die beste Lösung sein. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Wenn die Pflege zu Hause die Belastbarkeitsgrenze überschreitet, kann der Umzug des Demenzpatienten in ein Pflegeheim für alle Beteiligten die beste Lösung sein. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Die richtige Pflege für Demenz-Kranke finden.

(dbp/fru) Demenzpatienten können für Angehörige eine echte Belastung werden: Scheinbar grundlose Wutausbrüche, unruhiges Umherlaufen, Schlaflosigkeit oder gar Wahnvorstellungen sind bei aller Liebe nicht leicht zu ertragen. Wer als Angehöriger einen Demenzkranken pflegt, sollte sich möglichst frühzeitig Unterstützung holen, etwa durch einen Pflegedienst. Diese Hilfe kann je nach Bedarf ganz unterschiedlich häufig und intensiv sein.

Studien zeigen, dass Menschen länger in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können, je früher professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird. Wenn die Kraft auch dann nicht mehr für die restliche Pflege ausreicht, fällt oftmals die Entscheidung, die Pflege des Angehörigen dauerhaft an eine Pflegeeinrichtung auszulagern. Das kann sowohl für den Erkrankten als auch für den pflegenden Angehörigen die beste Lösung sein.

„Es gibt nicht die eine richtige Lösung“

Wenn man andere Wohnformen wie z. B. „Betreutes Wohnen für Demenzkranke“ oder eine „Ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz“ für sich ausschließen kann, erfordert die Suche nach der geeigneten Einrichtung Zeit und Geduld. „Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Für einige Menschen ist die Nähe zum Wohnort entscheidend, andere legen Wert darauf, dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt werden. Auch die Kosten können eine entscheidende Rolle spielen“, erklärt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf ihren Seiten www.wegweiser-demenz.de.

Wichtig sei, vorab in Ruhe zu klären, was einem selbst und natürlich auch dem demenzkranken Familienmitglied wichtig ist. Dann grenzt sich meistens das umfangreiche Angebot an Pflegeheimen schon automatisch ein und man kann leichter eine Vorauswahl treffen. „Schauen Sie sich so viele Heime und Seniorendomizile wie möglich an. Sie werden viele Unterschiede erkennen. Letztlich ist die Wahl des richtigen Pflegeheims aber eine ganz persönliche Entscheidung. Entsprechend kann man ruhig auch auf sein Bauchgefühl vertrauen“, ermutigt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Umfassender Fragenkatalog gibt Hilfestellung

Bei der Entscheidung für das „richtige“ Pflegeheim kann eine Dokumentation beim Besuch der einzelnen Einrichtungen helfen, sie später besser miteinander vergleichen zu können. Hierzu hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen umfassenden Katalog von Fragen und Bewertungskriterien herausgegeben, die bei der Auswahl eines Pflegeheims helfen können:

  • In welcher Umgebung liegt die Einrichtung, stadtnah oder eher stadtfern, ist es wohnlich, gibt es Natur (z. B. Garten, Park)?
  • Machen die Räume einen sauberen und gepflegten Eindruck?
  • Wirken die Mitarbeiter freundlich?
  • Machen die Bewohner einen gepflegten Eindruck?
  • Ist das Essen ansprechend angerichtet, schmackhaft und wird es freundlich serviert?
  • Sind die Besuchszeiten ausreichend lang, etc.?

Wenn man sich dann für ein Pflegeheim entschieden hat und der Umzug vollzogen ist, stellen viele Angehörige teilweise überrascht fest, dass sich der Gesundheitszustand des demenzkranken Familienmitglieds im Heim sogar teilweise verbessert und sich die Mutter oder der Onkel dort mehr „zu Hause“ fühlt als in der „alten“ Wohnung.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>