Zahnspangen: Ich trage was, was du nicht siehst

Transparente, herausnehmbare Kunststoffschienen – sogenannte Aligner – bringen Zähne fast unsichtbar in Form. (Foto: C. Haehnel / Fotolia)
Transparente, herausnehmbare Kunststoffschienen – sogenannte Aligner – bringen Zähne fast unsichtbar in Form. (Foto: C. Haehnel / Fotolia)

Aligner und Lingualtechnik korrigieren Zahnfehlstellungen ganz unauffällig

(dbp/spo) Perfekte Zähne für ein perfektes Lächeln – die hätte jeder gerne. Nur die wenigsten sind aber von Natur aus damit gesegnet. Und genauso wenige haben Lust auf eine kieferorthopädische Behandlung mit auffällig viel Metall im Mund. Dazu gibt es aber inzwischen nahezu unsichtbare Alternativen.

Wem es nicht reicht, seine feste Zahnspange lediglich mit zahnfarbenen oder durchsichtigen Brackets zu kaschieren, der kann auf sogenannte Aligner ausweichen. Oder aber auf die Lingualtechnik.

Aligner sind transparente, herausnehmbare Kunststoffschienen und haben inzwischen einen festen Platz im Behandlungsspektrum vieler Kieferorthopäden. Beim bekanntesten System Invisalign erstellt der Behandler zunächst einen virtuellen 3D-Behandlungsplan, der Schritt für Schritt zeigt, wie sich die Zähne in die gewünschte Position bewegen sollen. Für jede Behandlungsstufe wird dann eine individuell angepasste Kunststoffschiene angefertigt. Sie wird über die Zähne gestülpt und deckt diese komplett ab. Mindestens 22 Stunden täglich sollten die Aligner getragen werden, nach etwa zwei Wochen werden sie in der Regel ausgetauscht.

Aligner erleichtern die Zahnpflege

Praktisch: Die Aligner können beim Essen einfach herausgenommen werden. Anders als bei Bracketspangen bleiben also keine Nahrungsreste hängen. Sie stören nicht bei der Zahnpflege und in der Regel auch nicht beim Sprechen. Damit die Behandlung erfolgreich ist, muss der Patient jedoch gut mitarbeiten und die Schienen tatsächlich fast rund um die Uhr tragen.

Obwohl das Anwendungsspektrum der Methode in den vergangenen Jahren immer weiterentwickelt wurde, gibt es einige starke Fehlstellungen, die damit alleine nicht behoben werden können. Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie. Ein Nachteil ist auch, dass die gesetzlichen Krankenkassen bisher zur Aligner-Behandlung nichts dazuzahlen. Die Kosten müssen also komplett aus eigener Tasche beglichen werden.

Die Lingualtechnik – ein Multitalent

Eine andere Methode, seine Zahnspange geschickt zu verbergen, ist die Lingualtechnik. Dabei handelt es sich um eine feste Spange, die auf der Innenseite der Zähne sitzt, also der Zunge zugewandt (lingual). Damit die Brackets dort beim Sprechen möglichst wenig stören, gibt es Varianten, die besonders klein und flach sind. Neueste Modelle werden mithilfe eines Abgusses individuell für jede Zahninnenseite produziert, sodass sie sich bestmöglich „anschmiegen“. Trotzdem müssen die Patienten beim Zähneputzen besonders gründlich sein.

Die Lingualtechnik ist ein Multitalent, mit ihrer Hilfe können im Grunde alle Arten von Fehlstellungen behandelt werden. Allerdings sind die Herstellung der Brackets und Bögen sowie das Einsetzen durch den Kieferorthopäden sehr viel aufwendiger als bei regulären Bracketspangen. Deshalb kostet eine Behandlung mit Lingualtechnik auch deutlich mehr. Grundsätzlich ist aber eine Zuzahlung der gesetzlichen Krankenkassen möglich, sagt die Deutsche Gesellschaft für Linguale Orthodontie.

Beide Methoden haben also ihre Vor- und Nachteile. Welche Zahnspange im Einzelfall geeignet ist, muss zusammen mit dem behandelnden Kieferorthopäden besprochen werden.