Zahnreparatur: Sonderwünsche kosten extra

Wer bei der Zahnbehandlung mehr will als die Regelversorgung, muss draufzahlen – der Heil- und Kostenplan verrät, wie viel. (Foto: proDente e. V.)
Wer bei der Zahnbehandlung mehr will als die Regelversorgung, muss draufzahlen – der Heil- und Kostenplan verrät, wie viel. (Foto: proDente e. V.)

Im Heil- und Kostenplan erfahren Patienten, wie teuer ihr Zahnersatz wird.

(dbp/spo) Wer Zahnersatz braucht, muss teilweise tief ins Portemonnaie greifen. Die gesetzlichen Krankenkassen steuern zu Krone, Brücke, Prothese und Co. lediglich Festzuschüsse bei, die oft nur einen kleinen Teil der Gesamtrechnung decken.

Damit die Patienten wissen, welche Kosten auf sie zukommen, gibt es den Heil- und Kostenplan (HKP), den Zahnarzt und Patient unterschreiben müssen. In diesem Kostenvoranschlag vermerkt der Zahnarzt den Befund sowie die geplante Behandlung mit Umfang, Art und Kosten. Um böse Überraschungen zu vermeiden, raten die Verbraucherzentralen, erst auf dem Behandlungsstuhl Platz zu nehmen, wenn alle Fragen zu den Kosten geklärt sind. Der HKP muss im Vorfeld auch von der Krankenkasse genehmigt werden.

Für die meisten Zahnprobleme stehen mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl. Bei der Abrechnung werden stets drei Varianten unterschieden: die Regelversorgung, die gleichartige Versorgung und die andersartige Versorgung.

Die Regelversorgung – kostengünstiger Standard

Die Regelversorgung ist eine kostengünstige Standardbehandlung, auf die sich Zahnärzte und Krankenkassen für jeden Befund geeinigt haben. Muss ein Backenzahn überkront werden, sieht sie zum Beispiel eine metallische Krone vor. Die Kassen bezahlen dazu einen Festzuschuss, der etwa 50 Prozent der Kosten ausmacht, den Rest muss der Patient selbst zahlen. Wer ein lückenloses Bonusheft vorweist, kann den Zuschuss noch einmal leicht erhöhen.

Will der Patient für den Backenzahn lieber eine Krone mit Keramikverblendung in Zahnfarbe, weil das besser aussieht, handelt es sich um eine gleichartige Versorgung. Das bedeutet: Die Regelversorgung ist die Basisleistung, allerdings kommen noch weitere Leistungen hinzu – eben die Keramikverblendung. Den Mehraufwand rechnet der Zahnarzt nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab, die Zusatzkosten trägt der Patient alleine.

Eine andersartige Versorgung bedeutet, dass die Behandlung nicht mehr auf der Regelversorgung aufbaut. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Patient zum Schließen einer Zahnlücke ein Implantat wünscht und keine Brücke. Dann rechnet der Zahnarzt die komplette Behandlung nach der GOZ ab. Der Festzuschuss der Krankenkasse bleibt gleich.

Vergleichsangebote einholen

Egal welche Versorgung – ihre Bestandteile sind im Heil- und Kostenplan ersichtlich, ebenso der Festzuschuss und der Anteil, den der Patient bezahlen muss. Die Verbraucherzentralen raten, sich bei aufwendigen Behandlungen Angebote über andere Verfahren machen zu lassen. Denn nicht immer sei die Regelversorgung schlecht und nicht immer eine andersartige Versorgung die bessere Wahl. Sinnvoll sei außerdem, eine zahnärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Manche Krankenkassen bieten eine Beratung zum Heil- und Kostenplan an. Hier lohnt es sich, nachzufragen. Hilfe gibt es ansonsten bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschlands (UPD, Hotline: 0800-0117722) oder den Patientenberatungsstellen der kassenzahnärztlichen Vereinigungen.