Zahnputzregeln für die Kleinsten

Auch wenn Kinder schon gerne alleine ihre Zähne putzen – in den ersten Jahren sollten die Eltern noch einmal gründlich nachputzen. (Foto: O. Kuzmina/Fotolia)
Auch wenn Kinder schon gerne alleine ihre Zähne putzen – in den ersten Jahren sollten die Eltern noch einmal gründlich nachputzen. (Foto: O. Kuzmina/Fotolia)

Kinderzähne richtig pflegen

(dbp/spo) Die Milchzähnchen sauber zu halten ist manchmal nicht leicht – schließlich muss das Kind dafür kooperativ sein. Ist es das nicht, sollten Eltern aber keinesfalls aufgeben, denn eine gute Zahnpflege ist von Anfang an wichtig.

Die Milchzähne haben im Mund zwar nur ein Gastspiel für ein paar Jahre, erfüllen aber wichtige Funktionen. Sie dienen zum Beispiel als Platzhalter für die zweiten Zähne, erläutert die Bundeszahnärztekammer. Verliert ein Kind seine Milchzähne zu früh, zum Beispiel wegen starken Kariesbefalls, beginnen die Nachbarzähne zu wandern, um die Lücke auszufüllen. Die mögliche Folge: Der nachfolgende Zahn hat nicht mehr genug Platz, es kommt zu Fehlstellungen, die kieferorthopädisch behandelt werden müssen.

Milchzähne sind außerdem wichtig für die korrekte Sprachbildung. Darüber hinaus ist es für die Kleinen in Kindergarten und Schule nicht schön, wenn sie wegen schwarzer Zähne oder Zahnlücken, die es eigentlich noch gar nicht geben müsste, gehänselt werden.

Richtig putzen mit der KAI-Technik

Das heißt also: Die Zähne von Anfang an gründlich putzen! Wenn der erste Zahn durchgebrochen ist, sollte dieser bereits täglich mit einer weichen kleinen Bürste und einem Hauch fluoridhaltiger Kinderzahnpasta gereinigt werden. Gleiches gilt für alle nachfolgenden Zähne.

Später wird für Kinder die sogenannte KAI-Zahnputztechnik empfohlen. Zweimal täglich sollten demnach zuerst die Kauflächen gebürstet werden, dann die Zahn-Außenseiten bei zusammengebissenen Zähnen und schließlich die Innenseiten. Diese Putztechnik beherrschen die Kinder in der Regel bei Schulbeginn sehr gut, teilt die Landeszahnärztekammer Hessen (LZK) mit. Allerdings sollten die Eltern abends noch so lange gründlich nachputzen, bis das Kind flüssig Schreibschrift schreiben kann – also bis es motorisch so weit ist, dass es tatsächlich alle Ecken gründlich sauber bekommt.

Wenn das Kind in Putzstreik tritt

Gibt es im Bad einen Zahnputzstreik, empfiehlt die LZK, den Nachwuchs abzulenken, indem man zum Beispiel von den Ereignissen des Tages erzählt oder auf Spielsachen und andere Dinge in der Umgebung hinweist. Dann kann oft ganz nebenbei geputzt werden. Das Putzen kann auch spielerisch passieren, etwa, indem die Zahnbürste im Mund „kleine Kariesmonster jagt“ oder „die fiesen Krümel vom Backenzahn fegt“. Manchmal wirkt auch eine neue Zahnbürste Wunder, vor allem, wenn das Kind sie selbst aussuchen durfte.

Aufgeben sollten die Eltern auch bei großem Widerstand nicht, raten Zahnärzte. Das Zähneputzen sollte zum selbstverständlichen Ritual werden, so wie anziehen, frühstücken oder die Gute-Nacht-Geschichte, und nicht zur Verhandlungssache.