Zahnimplantate imitieren die Zahnwurzel

Bei einem Zahnimplantat handelt es sich um eine künstliche Zahnwurzel, auf der Kronen aber auch Brücken oder (Teil-) Prothesen befestigt werden können. (Foto: proDente / Johann Peter Kierzkowski)
Bei einem Zahnimplantat handelt es sich um eine künstliche Zahnwurzel, auf der Kronen aber auch Brücken oder (Teil-) Prothesen befestigt werden können. (Foto: proDente / Johann Peter Kierzkowski)

Abbau des Kieferknochens kann verhindert werden.

(dbp/spo/fru) Wenn sich durch eine Erkrankung oder ein Unfall eine unerwünschte Lücke im Mund zeigt, sollten sich Patienten für einen Zahnersatz entscheiden. Dafür kommt i.d.R. ein Implantat oder eine herkömmliche Brücke infrage. Das Implantat ist bei entsprechenden Voraussetzungen die deutlich bessere Alternative. Laut Deutscher Gesellschaft für Implantologie (DGI) werden in Deutschland jährlich mehr als eine Million Zahnimplantate gesetzt. Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die fest im Kieferknochen einwächst. Darauf können dann für Einzelzahnlösungen Kronen befestigt werden aber auch Brücken oder (Teil-)Prothesen, wenn es darum geht, größere Lücken zu schließen.

Inzwischen ein Routineeingriff

Der Einsatz von Zahnimplantaten ist inzwischen zum Routineeingriff geworden. Es gibt verschiedene Implantationsmethoden, jeweils auf die individuelle Mundsituation und die Wünsche des Patienten zugeschnitten. Wer sich für ein Zahnimplantat entscheidet, sollte sich über die individuellen Vor- und Nachteile sowie die gesundheitlichen Risiken ausführlich beraten lassen. Implantate haben einige überzeugende Vorteile. Sie sitzen so fest wie natürliche Zahnwurzeln, weil sie nach der Einheilzeit im Kiefer verwachsen sind. So bilden sie eine stabile Grundlage für den eigentlichen Zahnersatz. Nach Angaben der bayerischen Landeszahnärztekammer bilden sich auch keine unangenehmen Druckstellen wie manchmal bei herkömmlichen Brücken.

Zudem wird der Knochenabbau im Kiefer gebremst, da die Knochensubstanz wieder normal belastet wird. Die Nachbarzähne werden ebenfalls geschont. Bei herkömmlichen Brücken müssen die Nachbarzähne den Zahnersatz tragen und deshalb passgenau abgeschliffen werden – auch wenn sie eigentlich gesund sind. Und nicht zuletzt liefern implantatgetragene Zähne ein ästhetischeres Ergebnis, da sie sich unauffällig in die Zahnreihe einfügen. Störende Klammern oder Verankerungen wie bei anderen Teilprothesen gibt es hier nicht – und auch keinen Einfluss auf die Aussprache. Sogar die Farbe kann an den restlichen Zahnbestand angepasst werden.

Regelmäßige Pflege entscheidend

Es gibt aber auch Risiken, z. B. wie bei jedem operativen Eingriff das Risiko einer schlechten Wundheilung. Bei gesunden Patienten, die ihre Zähne gut pflegen, sollte dies eher gering sein. Vor allem bei Rauchern oder Patienten mit einem schlecht eingestellten Diabetes können Störungen bei der Wundheilung vorkommen. Auch muss eine vorhandene Parodontitis vor der Implantation vollständig ausgeheilt sein, denn sonst besteht die Gefahr, dass sich rund um das Implantat erneut eine Entzündung bildet. Auch eine mögliche längere Vorbereitungszeit muss bedacht werden. Denn um ein Implantat setzen zu können, muss genügend Knochenmasse im Kiefer vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, muss zunächst Knochenmasse aufgebaut werden – hier gibt es inzwischen bewährte Methoden.

„Gerade nach einer erfolgreichen Implantation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen extrem wichtig. Bei diesen Terminen beobachtet der Zahnarzt die Reaktionen des Mundraums auf die Fremdkörper“, wird auf den Internetseiten der Initiative proDente erklärt. Dabei werde unter anderem die Zahnfleischtaschentiefe untersucht, die Blutungsneigung sowie die Farbe und Konsistenz des Gewebes um das Implantat. Wenn dann auch die häusliche Zahnpflege stimmt, steht einer langen Haltbarkeit des Implantats nichts mehr im Wege.