Zahnersatz ist vielfältig

Im Heil- und Kostenplan dokumentiert der Zahnarzt, wie die Behandlung aussehen soll und welche Kosten voraussichtlich entstehen. (Foto: O.K. / Fotolia)
Im Heil- und Kostenplan dokumentiert der Zahnarzt, wie die Behandlung aussehen soll und welche Kosten voraussichtlich entstehen. (Foto: O.K. / Fotolia)

Für jeden Befund gibt es mehrere Optionen der prothetischen Versorgung

(dbp/auh) Die Bandbreite beim Zahnersatz ist groß: Angefangen bei der Krone für einen einzelnen Zahn bis hin zur Vollprothese für den ganzen Kiefer gibt es unzählige Varianten, sie sich jeweils in puncto Funktionalität, Haltbarkeit, Pflegeaufwand, Material, Ästhetik und Preis unterscheiden.

Bei fast jedem zahnmedizinischen Befund stehen mehrere Möglichkeiten der prothetischen Versorgung zur Verfügung, jede mit anderen Vor- und Nachteilen. Deshalb wird der Zahnarzt dem Patienten in den meisten Fällen verschiedene Alternativen vorstellen. Eine davon ist die sogenannte Regelversorgung. Das ist die Behandlung, die beim vorliegenden Befund als Standardtherapie gilt. Da der gesetzlich krankenversicherte Patient die freie Wahl hat, für welche Option er sich entscheidet, sollte er sich nicht scheuen, den Zahnarzt mit allen seinen Fragen zur Therapiewahl zu löchern.

Bei Zahnersatz muss immer zugezahlt werden

Die Frage der Kosten spielt beim Zahnersatz immer eine Rolle, da die gesetzlichen Kassen nur in seltenen Härtefällen, und dann auch nur, wenn die Regelversorgung gewählt wird, alles bezahlen. Ansonsten gilt das Festzuschusssystem: Die Kasse übernimmt lediglich 50 Prozent der durchschnittlichen Kosten, die für die Regelversorgung anfallen würden; unabhängig von der tatsächlich gewählten Therapie.

Patient hat die Entscheidungsfreiheit

Wichtig: Der Patient sollte sich darüber klar werden, welche Kriterien für ihn ausschlaggebend sind. Sollen die „neuen Zähne“ in erster Linie wenig kosten, sollen sie möglichst lange halten oder steht die Ästhetik im Vordergrund? Dazu ein Beispiel, das die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) veröffentlicht hat: Bei Werner M. wurden zwei Backenzähne gezogen. Die Regelversorgung sieht für diesen Fall eine Brücke aus Metall vor. Dafür müsste Herr M. 240 Euro aus eigener Tasche zuzahlen. Der Zahnarzt bietet als Alternative eine Keramikbrücke an, die weniger auffällig ist. Eigenanteil: rund 2.550 Euro. Herr M. kann frei entscheiden.

Implantate machen fast alles möglich

Implantatgetragener Zahnersatz ist erst seit Einführung des Festzuschusssystems ein Thema für gesetzlich Versicherte. Zwar beteiligt sich die Kasse in der Regel nicht an den Kosten für die künstliche Wurzel, aber für den Aufbau gibt es einen Zuschuss. Mit Implantaten erweitern sich die Möglichkeiten für optimalen Zahnersatz erheblich. Sie eignen sich hervorragend als Alternative zur Brücke bei der Versorgung von Einzelzahnlücken, da gesunde Nachbarzähne nicht beschliffen werden müssen.

Bei größeren Lücken und sogar im zahnlosen Kiefer können Implantate als Pfeilerzähne gesetzt werden und eine Brückenversorgung ermöglichen. Implantate stützen herausnehmbaren Zahnersatz ab und können auch bei Kombinationszahnersatz den fest verankerten Part übernehmen, zum Beispiel bei Teleskop-Prothesen.

Ist die Entscheidung für den Zahnersatz gefallen, erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan (HKP), der den Befund, die dafür vorgesehene Regelversorgung und die tatsächlich geplante Behandlung auflistet. Hat der Patient den HKP unterschrieben, reicht er ihn bei seiner Kasse ein – am besten zusammen mit seinem in den vergangenen zehn Jahren lückenlos gepflegten Bonusheft, denn dann erhöht sich der Zuschuss von der Kasse.