Wutausbrüche belasten das Herz

Ruhig Blut bewahren fällt vielen Menschen schwer. (Foto: Bilderbox)
Ruhig Blut bewahren fällt vielen Menschen schwer. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Choleriker leben gefährlich.

Menschen, die schnell aus der Haut fahren, sollten wissen, dass nach Wutausbrüchen die Gefahr für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzrhythmusstörungen und Aneurysmablutungen deutlich erhöht ist. Das teilt der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) auf seiner Internetseite www.kardiologen-im-netz.de mit.

„In den ersten zwei Stunden nach einem Wutausbruch ist das kardiovaskuläre Risiko offenbar am größten“, sagt Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des BNK. Er stützt sich auf eine Studie von US-Forschern. Demnach sei das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei wütenden Menschen fünf Mal größer als bei ausgeglichenen Personen. Das Schlaganfallrisiko steige nach einem Wutausbruch um das Drei- bis Vierfache. Besonders gefährdet seien nach Aussagen des BNK Menschen, die wegen ihres Herzens oder ihres Gefäßsystems in Behandlung sind.

Bei einem Wutausbruch schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt und der Widerstand in den Gefäßen nimmt zu. Weil das Blut aber gleichzeitig dickflüssiger wird, ist die Gefahr einer Thrombose deutlich erhöht. Häufig würden laut BNK Wutausbrüche gestresster Menschen Hand in Hand gehen mit gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum, exzessives Essen und Bewegungsmangel.

Smetak rät cholerisch veranlagten Menschen, sich Entspannungsmethoden anzueignen. Auch reden helfe. Wer mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, verhindere, dass seine Herzschlagfrequenz deutlich ansteigt. Medikamente sollten nur im äußersten Notfall zum Einsatz kommen.