Wozu gibt’s Disease-Management-Programme?

Gründliche Gespräche, Untersuchungen und die sichere Diagnose der chronischen Erkrankung stehen vor dem Start eines jeden Disease-Management-Programms. (Foto: Alexander Raths / Fotolia)
Gründliche Gespräche, Untersuchungen und die sichere Diagnose der chronischen Erkrankung stehen vor dem Start eines jeden Disease-Management-Programms. (Foto: Alexander Raths / Fotolia)

Nachgeforscht: So funktionieren Behandlungsprogramme für chronisch Kranke.

(dbp/auh) Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für Patienten mit bestimmten chronischen Krankheiten. DMP können seit 2002 von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden. Die meisten Kassen fordern ihre Versicherten durch Informationen in ihren Kundenzeitschriften und im Internet aktiv zur Teilnahme auf. Sie belohnen die Teilnahme mit kleinen finanziellen Vergünstigungen, zum Beispiel mit dem Verzicht auf die Praxisgebühr. Zurzeit gibt es DMP für folgende Krankheiten: Diabetes mellitus Typ I und II, Asthma, Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Brustkrebs und Koronare Herzkrankheit (darin integriert die chronische Herzinsuffizienz).

Wie läuft das Programm ab?

Der Patient, der vom DMP profitieren möchte, wendet sich an seinen Arzt, der seine Teilnahme mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vereinbart haben muss. Dann beginnt erst mal der Papierkram: Jede Menge Formulare werden ausgefüllt und an die KV und die jeweilige Krankenkasse weitergeleitet. Während der gesamten Dauer des Behandlungsprogramms dokumentiert und kontrolliert der betreuende Arzt die Therapie. Er koordiniert die Arbeit aller Beteiligten, das können neben weiteren Ärzten auch Physiotherapeuten sein, Pflegekräfte, Podologen, Diabetologen, Anbieter von Schulungen und Kliniken. „Strukturiert“ heißt das Behandlungsprogramm, weil es sich nach festgelegten Qualitätskriterien richtet. Diese werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an neue medizinsiche Erkenntnisse angepasst.

Welche Vorteile hat das DMP für den Kranken?

Die Behandlung von chronischen Krankheiten erfordert eine koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen. Die Teilnahme am DMP gewährleistet diese Koordination. Der Patient erhält Schulungen, Informations- und Kursangebote und wird regelmäßig untersucht. Er ist nicht auf sich allein gestellt, zum Beispiel bei der Suche nach speziellen Sportangeboten oder Therapieeinrichtungen.

Für wen eignet sich die Teilnahme am DMP?

Wer am DMP teilnehmen möchte, muss unterschreiben, dass er aktiv an der Behandlung mitarbeitet. Tut er das erkennbar nicht, weil er zum Beispiel wiederholt nicht zu den Kontrolluntersuchungen erscheint, kann er vom Programm ausgeschlossen werden. Die wichtigste Voraussetzung für eine Teilnahme ist also die Bereitschaft, sich intensiv mit der eigenen Erkrankung und den angebotenen Therapieformen zu beschäftigen.

Für weitere Informationen sollten sich Interessenten an die eigene Krankenkasse oder den Hausarzt wenden.