Wohlfühlen und gesund bleiben

Wellness für die Füße. Bei einem Fußbad werden abgestorbene Hautschuppen von Fischen abgeknabbert. (Foto: Olesia Bilkei / Fotolia)
Wellness für die Füße. Bei einem Fußbad werden abgestorbene Hautschuppen von Fischen abgeknabbert. (Foto: Olesia Bilkei / Fotolia)

Wellness ist ein Riesenmarkt mit immer außergewöhnlicheren Angeboten.

(dbp/abz) Wenn wir den Duden befragen, was denn die Bedeutung des Wortes „Wellness“ sei, erfahren wir, dass es sich dabei um ein „durch [leichte] körperliche Betätigung erzieltes Wohlbefinden“ handelt. Eine andere Begriffserklärung grenzt Wellness als Kombination aus „Gesundheit und Schönheit“ und damit als umfassendes Konzept körperlichen Wohlbefindens gegenüber der „Fitness“ als reiner körperlicher Leistungsfähigkeit ab. So weit so gut, aber wie kam es zum Wellness-Trend?

Entstanden ist „Wellness“ als Schlagwort für eine neue vorbeugende Gesundheitsbewegung in den 50er Jahren in den USA. Der Arzt Dr. Halber Dunn formulierte eine bewusste Lebensweise, die Krankheiten erst gar nicht entstehen lässt, indem Vitalprozesse im Körper ausgeschöpft werden. Als in den 70er Jahren dann weitere Ärzte Dunn´s Gedanken aufgriffen und unter dem Begriff „Wellness“ für alternative Prävention warben, die in Form einer bewussten Lebensweise gute Gesundheit mit einem hohen Maß an Wohlbefinden verbindet, war der Startschuss für die rasante Verbreitung der Wellness-Bewegung gegeben.

Stressreduktion ist ein wichtiger Aspekt

In erster Linie geht es bei allen Methoden, Übungen oder Behandlungen, die unter dem Begriff Wellness zusammengefasst werden, ums Wohlfühlen. Ziel ist die Stressreduzierung, ob mit progressiver Muskelentspannung, Meditation, Massagen, mannigfaltigen Badeerlebnissen bis hin zur Ernährung, die augenblicklich oder langfristig guttut. Aber auch Bewegung, die nicht in erster Linie trainiert, sondern entspannt und sich gut anfühlt, ist ein Wellnessprogramm. Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Bereich Beauty und Kosmetik. Dabei entsteht Wohlbefinden schlicht aus der bewussten Aufmerksamkeit fürs eigene Äußere und der Zufriedenheit bei der Beschäftigung damit. Aber auch der Genuss, einmal verwöhnt zu werden, trägt zur Stressreduzierung bei.

Viele neue Ideen im Wohlfühlmarkt

Heute gibt es übrigens viele neue Ideen im Wohlfühlmarkt, die speziell für Männer entwickelt wurden. So können sich Bierliebhaber zum Beispiel ein Bad im Gerstensaft gönnen. Die Mischung aus Malz, Hopfen, Eiweiß und Mineralien soll für eine natürliche Reinigung des Körpers sorgen. Ein gutes Gefühl dürfte wohl garantiert sein, vorausgesetzt man(n) versucht nicht die Wanne leer zu trinken. Andere baden lieber in Kaffee, was – eigentlich folgerichtig – Müdigkeit bekämpfen soll oder – um durch Anti-Oxidantien der eigenen Vergänglichkeit vorzubeugen – im grünen Tee.

Andere Länder, andere Wellness-Sitten

In Israel gibt es einen Anbieter, der seine Kunden von Schlangen massieren lässt und genauso, wie sich Kinder gerne am Strand selbst verbuddeln, können sich Rheumapatienten in der ägyptischen Oase Siwa im Wüstensand vergraben lassen. Das hilft aufgrund der unterstellten heilenden Wirkung des Wüstensandes angeblich gegen Gelenkbeschwerden aller Art. Wer keine Schlangen mag, der fliegt nach Thailand und lässt sich von Elefanten massieren. Die Dickhäuter streicheln sanft mit dem Rüssel, was zum Beispiel bei Verspannungen guttut. Wer mutiger ist, lässt auch die Massage durch den Elefantenfuß zu, ganz im Vertrauen darauf, dass die großen klugen Tiere wissen, wie fest sie dabei auftreten dürfen.

Auch hierzulande kann man sich von den kleinen türkischen Kangalfischen im Fußbad die abgestorbenen Hautschuppen von den Füßen knabbern lassen und spart sich so den Hornhauthobel. Wer Himalaya-Kristallsalz beim Kochen schätzt, der kann in einer entsprechend kühlen, und feuchten Salzgrotte und dem dort herrschenden besonderen Mikroklima Kopfschmerzen und Atemwegsbeschwerden behandeln.

Wer mit dem Begriff Wohlfühlen stets Wärme in Verbindung bringt, für den ist das finnische Schockgefrieren auf minus 110 Grad wohl eher nichts. Die Kältebehandlung, bei der Hände, Füße und Ohren übrigens durch entsprechende Bekleidung geschützt werden müssen, soll von Schlafstörungen, Schmerzen und Stress befreien. Vermutlich eine der Behandlungen, die sich wohl erst dann gut anfühlt, wenn sie vorbei ist.