Wirkstoffspiegel muss konstant bleiben

Bei Demenz-Patienten sollten Angehörige die Medikamente vorbereiten und verabreichen. Falls die Tabletteneinnahme verweigert wird, kann der Wirkstoff auch in Tropfenform gegeben werden. (Foto: Photographee.eu / Fotolia)
Bei Demenz-Patienten sollten Angehörige die Medikamente vorbereiten und verabreichen. Falls die Tabletteneinnahme verweigert wird, kann der Wirkstoff auch in Tropfenform gegeben werden. (Foto: Photographee.eu / Fotolia)

Patienten können Fortschritte in der Therapie nicht immer unmittelbar beurteilen.

(dbp/fru) Das beste Präparat nützt nichts, wenn es Patienten nicht wie vom Arzt empfohlen einnehmen. Denn eine Therapie kann nur gelingen, wenn sie genau eingehalten wird. Falls Patienten ihren Medikamenten misstrauen und diese ohne vorherige Absprache mit dem Arzt oder Apotheker einfach absetzen, kann das schwerwiegende Folgen haben. Solche Fälle kennen viele Apotheker aus eigener Erfahrung: Sie engagieren sich täglich dafür, dass ihre Patienten ihre Medikation einhalten und ihrer Therapie treu sind, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Dies gilt insbesondere für Medikamente, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der richtigen Dosierung eingenommen werden müssen, beispielsweise Antibiotika oder Parkinsonmedikamente.

Therapietreue ist Grundvoraussetzung für Erfolg

Nur wenn die Einnahme der Medikamente richtig und lückenlos erfolgt, kann ein konstanter  Wirkstoffspiegel im Körper des Patienten erreicht werden. Wird dieser mal erreicht und mal nicht, gefährdet das den Therapieerfolg. Es gibt mehrere Gründe, warum sich Patienten nicht an die Vorgaben von Arzt und Apotheker halten. Manche bezweifeln den Nutzen oder fürchten die angegebenen Neben- und Wechselwirkungen. Andere hingegen vergessen einfach, ihre Arzneimittel einzunehmen.

Der Patient kann Fortschritte in der Therapie nicht immer aufgrund der einsetzenden Wirkung beurteilen, denn oft dauert es einige Zeit, bis Beschwerden wahrnehmbar gelindert werden. So nehmen Patienten beispielsweise einen hohen Blutdruck selbst gar nicht wahr. Wenn aber dadurch die Motivation sinkt, das Blutdruck regulierende Arzneimittel dauerhaft einzunehmen, wird das den Blutdruck nicht nachhaltig senken. Im schlimmsten Fall drohen dann Herz-Kreislauf-Probleme oder ein Schlaganfall. Deshalb erklären Apotheker gern ausführlich, wie Arzneimittel wirken und welche Folgen es haben könnte, sie nicht einzunehmen.

Rituale können helfen

Bei der Medikamenteneinnahme sollten Routinen als fester Bestandteil in den Alltag integriert werden. Das schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. Die Tabletten können beispielsweise griffbereit an einem angestammten Platz liegen. Mit den richtigen Hilfsmitteln wie einem sogenannten Tablettendispenser (Medikamentendosierer) können Arzneimittel für die ganze Woche vorsortiert werden. So kann die Einnahme der Medikamente zum richtigen Zeitpunkt auf diese Weise deutlich erleichtert werden. Für Technikaffine kann beispielsweise eine digitale Erinnerung im Handy (z. B. anhand des Kalenders oder einer App) auf die anstehende Einnahme aufmerksam machen.

Insbesondere für ältere Menschen gestaltet sich eine konstante Arzneimitteleinnahme einfacher, wenn sie dabei Unterstützung von ihren Angehörigen erhalten. Und bei Demenz sollten Patienten sowieso nicht mehr ihre Medikamente selbst vorbereiten und einnehmen dürfen. Wenn Demenz-Patienten die Einnahme von Tabletten sogar komplett verweigern, kann es hilfreich sein, den Wirkstoff z. B. in Tropfenform zu verabreichen, um die Compliance (Regeltreue) aufrecht zu erhalten und den Therapieerfolg nicht zu gefährden. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Apotheker und lassen Sie sich eingehend beraten.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>