Wirksame zahnärztliche Behandlung

Bei der Wurzelkanalbehandlung wird der Zahn geöffnet, das entzündete Gewebe entfernt, der Wurzelkanal gereinigt und mit einer Füllung versehen. Anschließend kommt eine Krone drauf. (Foto: Fotolia / 3drenderings)
Bei der Wurzelkanalbehandlung wird der Zahn geöffnet, das entzündete Gewebe entfernt, der Wurzelkanal gereinigt und mit einer Füllung versehen. Anschließend kommt eine Krone drauf. (Foto: Fotolia / 3drenderings)

Anhand der modernen Endodontie können auch stark geschädigte Zähne oft gerettet werden.

(dbp/abz) Eine Wurzelkanalbehandlung lässt wohl keiner gerne über sich ergehen. Doch ist die Endodontie – so lautet der Fachbegriff für Behandlungen am Wurzelkanal – oft die letzte Chance, einen Zahn zu retten, wenn sich der Nerv bzw. die Pulpa entzündet hat. Dabei stehen die Erfolgschancen gut. Verschiedene internationale und nationale Studien belegen, dass etwa 90% der ersten Wurzelbehandlungen an einem Zahn zur vollständigen Heilung führen. Bei wiederkehrenden Entzündungen und erneuter Wurzelbehandlung liegen die Erfolgsaussichten immer noch bei 80%.

Zahnerhalt wird groß geschrieben

Ursache für Entzündungen im Wurzelkanal sind meist eindringende Bakterien – sei es durch das Voranschreiten von Karies, Parodontitis oder einen Unfall, bei dem der Zahn beschädigt wurde. Ist die Entzündung akut, kann das starke Schmerzen verursachen. Bei anderen Patienten wiederum stirbt die Pulpa langsam über Jahre hinweg ab, ohne dass sie davon etwas merken (chronische Pulpitis). Für beide Fälle gilt: Ohne Behandlung droht die Ausbreitung der Infektion in den Kieferknochen und sogar noch weiter.

Früher mussten die betroffenen Zähne meist gezogen werden, doch heute versuchen Zahnärzte und speziell ausgebildete Endodontologen – Experten für Krankheiten im Zahninneren – sie mithilfe einer Wurzelkanalbehandlung zu erhalten. Dabei verschafft sich der Zahnarzt von oben einen Zugang zum Kanal und geht mit feinsten Instrumenten und desinfizierenden Spülungen daran, ihn auf voller Länge von der erkrankten Pulpa zu befreien.

Damit er sehen kann, wo der Kanal verläuft und wie weit die Reinigung fortgeschritten ist, wird der Zahn mehrmals geröntgt. Außerdem kommen Lupen und Dentalmikroskope zum Einsatz. Weil die Wurzelkanäle nicht immer gerade verlaufen, kann ihre Reinigung für den Zahnarzt zu einer komplizierten Aufgabe werden. Manchmal sind dafür mehrere Sitzungen nötig. Sind schließlich alle Gewebereste entfernt, wird der Kanal mit einer Füllmasse verschlossen. Zuletzt wird die beschädigte Zahnoberfläche noch gefüllt oder überkront.

Es können auch Wiederholungsbehandlungen anfallen

Wenn in der ersten Behandlung beispielsweise enge oder gekrümmte Kanäle sowie komplizierte anatomische Strukturen des Wurzelkanalsystems nicht ausreichend gereinigt und somit desinfiziert werden konnten oder die Füllung undicht geworden ist und so erneut Bakterien in das Innere des Zahnes gelangt sind, kann eine wiederholte Behandlung (Revisionsbehandlung) notwendig werden.

Wenn auch die Revisionsbehandlung nicht zum Erfolg führt, gibt es eine weitere Möglichkeit, den Zahn zu retten: die Wurzelspitzenresektion. Dabei werden in einem kleinen chirurgischen Eingriff, ambulant und unter örtlicher Betäubung, die infizierte Wurzelspitze und das umgebende Entzündungsgewebe komplett entfernt. Nach der Resektion befreit der Arzt den Wurzelkanal von der Wurzelspitze aus vom entzündeten Gewebe und präpariert das Innere der Wurzelspitze. Anschließend bringt er ausgehend von der Wurzelspitze eine spezielle Füllung ein, die sogenannte retrograde Wurzelfüllung und säubert die Knochenhöhle. Danach klappt er das umliegende Gewebe wieder zurück und näht es zu. Zur Kontrolle wird der Eingriff mit Röntgenaufnahmen dokumentiert.