Winzling überwacht Herz

Solch ein Mini-Herzmonitor wurde am 21. Mai 2014 erstmals in Sachsen einem Patienten unter die Haut gepflanzt. (Foto: Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf)
Solch ein Mini-Herzmonitor wurde am 21. Mai 2014 erstmals in Sachsen einem Patienten unter die Haut gepflanzt. (Foto: Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf)

Sächsische Neurologen implantieren kleinsten Herzmonitor

Als erste Neurologische Klinik in Sachsen setzten die Ärzte jetzt erfolgreich ein neues Gerät zur Überwachung nach Schlaganfall ein. Der Mini-Herzmonitor ist nur ein Drittel so groß wie eine AAA-Batterie und mehr als  80 Prozent kleiner als andere implantierbare EKG-Geräte.

Am 21. Mai 2014 wurde er in der Neurologische Klinik am Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf erstmals einem Patienten eingesetzt. Drei Jahre lang können Ärzte nun dessen Herz überwachen. Neben dem drahtlosen Langzeit-Monitoring ermöglicht das System auch das Fernmonitoring, das den Arzt automatisch benachrichtigt, wenn beim Patienten zwischen zwei regulären Arztterminen bedeutsame kardiale Ereignisse auftreten. Praktisch von jedem Ort der Welt aus können damit diagnostische Daten des Implantats an den Arzt übermittelt werden. „Der Herzmonitor wird in einem minimalinvasiven Verfahren in den oberen linken Brustbereich direkt unter die Haut eingesetzt, das macht die Maßnahme für Arzt und Patienten schneller und einfacher“, so Chefarzt Professor Tobias Back.

Hintergrundinfos des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf:

Schlaganfälle treffen jährlich 200.000 Menschen in Deutschland. Bei etwa einem Drittel ist die Ursache nicht zu finden, man spricht von einem kryptogenen Schlaganfall. Solchen Patienten wird der Mini-Herzmonitor eingesetzt. Denn eine Ursache für den Schlaganfall kann ein unerkanntes Vorhofflimmern sein – eine Form der Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorhöfe unregelmäßig kontrahieren, das Herz aus dem Takt gerät, schnell und ungleichmäßig „flimmert“. An Vorhofflimmern leiden in Deutschland eine Million, in Europa 4,5 Millionen Menschen. Viele Betroffene sind beschwerdefrei. Jedoch sind Herzrasen, Müdigkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht nicht selten die Folge. Menschen mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. 40.000 Schlaganfälle pro Jahr lassen sich auf diese unerkannte Herzrhythmusstörung zurückführen. Eine weitere Folgeerscheinung kann Herzschwäche sein.