Wieder Licht ins Dunkle bringen

Zur Therapie oder Prävention bei Winterdepression werden sogenannte „Lichtduschen“ eingesetzt. Diese werden auch für den privaten Gebrauch angeboten. (Foto: PhotoSG / Fotolia)
Zur Therapie oder Prävention bei Winterdepression werden sogenannte „Lichtduschen“ eingesetzt. Diese werden auch für den privaten Gebrauch angeboten. (Foto: PhotoSG / Fotolia)

IGeL-Check: Die Lichttherapie hilft bei Winterdepression.

Individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL) sind ärztliche Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Nur auf Wunsch und mit schriftlicher Zustimmung des gesetzlich Versicherten darf der Arzt eine IGeL erbringen und muss diese nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Die GOÄ sieht einen Gebührenrahmen mit Mindest- und Höchstsätzen vor, je nach Aufwand der Leistung.

(dbp/fru) Die Tage sind kurz und oft ziemlich wolkenverhangen. Dadurch fehlt uns im Winter einfach das Tageslicht. Zumal auch viele Jobs in Einrichtungen verübt werden, die zu wenig Kontakt mit Tageslicht ermöglichen und so begleitet uns die Dunkelheit sowohl beim Gang zur Arbeit als auch auf dem Nachhauseweg. Es ist unumstritten, dass Tageslicht eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit hat. Das Fehlen dieses natürlichen Stimmungsaufhellers kann uns im Gegenzug krank machen. Es verwundert also nicht, dass sogenannte saisonal abhängige Depressionen wie die Winterdepression eher ein mittel- und nordeuropäisches Phänomen sind.

Gute Erfolgsaussichten auf Heilung

Depressionen sind unter anderem durch eine gedrückte, freudlose Stimmung, Antriebslosigkeit und Selbstzweifel gekennzeichnet. Das Phänomen ist hierzulande weit verbreitet. Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums leiden mehr als vier Millionen Deutsche an Depressionen. Leichte Phasen, die bis zu zwei Wochen andauern, bedürfen in der Regel keiner ärztlichen Behandlung. Wenn die Erkrankung länger anhält, gibt es je nach Art und Schwere verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Das kann z. B. eine medikamentöse Therapie sein oder auch eine Psychotherapie.

Beim Winterblues – so wird die Winterdepression manchmal umgangssprachlich genannt – ist die Lichttherapie das Mittel der Wahl. Hier wird versucht, das fehlende Tageslicht durch künstliches Licht zu ersetzen. Die Erfolgsaussichten sind gut. Bei 60 – 90 % der Patienten verbessert sich der Gemütszustand nach zwei- bis dreiwöchiger Therapie merklich.

Der Serotoninspiegel steigt

Bei der Lichttherapie werden spezielle Lampen eingesetzt, die das Tageslicht simulieren. Der Patient wird aus etwa 80 Zentimetern Entfernung mit diesem künstlichen Licht bestrahlt. Wichtig dabei ist, dass das Licht auf die Netzhaut des Auges gelangt. Deshalb darf man etwa keine Sonnenbrille tragen und muss ab und zu bewusst in die Lampe reinschauen. Das ist übrigens für die Augen nicht gefährlich, da bei diesen künstlichen Lampen alle UV-Strahlen herausgefiltert sind. Das Licht erhöht den Serotoninspiegel, was stimmungsaufhellend wirkt. Die Therapie sollte täglich wiederholt werden, damit sie den bestmöglichen Effekt erzielt. Die Wirkung lässt nämlich schnell nach, wenn die Behandlung für längere Zeit unterbrochen wird.

Experten empfehlen eine Lichtdosis von etwa 10 000 Lux pro Therapietag, was man mit etwa einer halben Stunde Beleuchtung erreicht. Zum Vergleich: An einem bedeckten Wintertag erhält man draußen nur etwa 2 000 bis 3 000 Lux, durch die häusliche Beleuchtung sogar nur ca. 500 Lux. Die Therapie kann in bestimmten Arztpraxen und Kliniken durchgeführt werden. Die Kosten belaufen sich laut IGeL-Monitor zwischen 7 und 13 Euro je Sitzung. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sich ein eigenes Gerät zuzulegen. Im Handel werden die Geräte unter dem Namen „Lichtdusche“ oder „Gesundheitsleuchte“ angeboten. Die Preisspanne reicht von unter 100 Euro bis zu mehreren 100 Euro je nach Qualitätsunterschied.