Wie viel Gentechnik steckt in Wasch- und Putzmittel?

Viele Reinigungsmittel enthalten unter anderem Enzyme, die aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden und im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. (Foto: Fotolia / Picture-Factory)
Viele Reinigungsmittel enthalten unter anderem Enzyme, die aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden und im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. (Foto: Fotolia / Picture-Factory)

(dbp/fru) Seit der Einführung synthetischer Waschmittel in den 1950er Jahren und dem Siegeszug der automatischen Waschmaschinen wurde das Kleiderwaschen - eine bis dahin sehr kraft- und zeitraubende Haushaltsaufgabe – deutlich einfacher.

Doch bereits 1960 gab es schon den ersten Umweltskandal. Und wie sieht das  heute aus? Ist das alles Schaumschlägerei, was die Wasch- und Putzmittelindustrie in Bezug auf Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte verspricht oder tatsächlich nachhaltig? Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. meint, dass herkömmliche Wasch- und Putzmittel oft nur auf Kosten der Umwelt reinigen.

Enzyme werden aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen

Neben erdölbasierten Tensiden, die teilweise nur schwer biologisch abbaubar sind, fänden seit den 1960er Jahren insbesondere Enzyme wie Proteasen, Amylasen und Lipasen bei der Herstellung von konventionellen Wasch- und Putzmitteln Verwendung. Das Prinzip ist dabei nicht neu. Natürliche Enzyme wirken bereits in uralten Hausmitteln wie Gallseife. Doch in modernen Industriewaschmitteln und –reinigern finden sich fast ausschließlich Enzyme, die aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden und im Verdacht stehen, Allergien auszulösen.

Deshalb hat der BNN eine eigene Richtlinie für ökologische Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel entwickelt, damit dessen Fachhändler ihren Kunden eine Bio-Garantie über ihr Angebot geben können. Ziel sei es, gentechnische Verfahren im gesamten Herstellungsprozess auszuschließen. Der Ausschluss von Mikroplastikpartikeln ist bereits Teil der Richtlinie. Mittelfristig soll ein deutlich höherer Einsatz von Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau gewährleistet werden.