Wie erholt man sich richtig im Urlaub?

Wenn man sich im Urlaub richtig erholen möchte, gehören weder Laptop noch Gedanken an die Arbeit in den Koffer. (Foto: Fotolia / anyaberkut)
Wenn man sich im Urlaub richtig erholen möchte, gehören weder Laptop noch Gedanken an die Arbeit in den Koffer. (Foto: Fotolia / anyaberkut)

Strategien zum richtigen Entspannen.

(dbp/mhk) Erholung während der arbeitsfreien Zeit ist wichtig, um gesund, fit und leistungsfähig zu bleiben. „Ein Geheimrezept für einen entspannten Urlaub gibt es nicht“,  sagt Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

„Wie erholsam ein Urlaub ist, hängt nicht von der Länge der Auszeit ab. Auch Kurzurlaube und Wochenendtrips bringen Erholung“, sagt die Expertin für Stressbewältigung. Es komme auf das richtige mentale Abschalten an, damit Blutdruck und Ruhepuls gesenkt und Stresshormone im Körper abgebaut werden können. „Das hängt individuell von unterschiedlichen Bedürfnissen und vom Grad der Erschöpfung ab. Wichtig ist nicht, wo und wie man abschaltet, sondern dass man es überhaupt tut und einen Kontrast zum Job  schafft.“

Unterschiedliche Interessen der Reisebegleiter berücksichtigen

In einer Studie stellte sie fest: Für den einen bedeutet das sportliche Aktivitäten, wie Wandern, kulturelle Städtereisen oder Segeltörn,  für den anderen eben Ruhe, ein wenig Gymnastik am Pool, Wellness oder Nichtstun. Für Familien kann es ein Cluburlaub sein, bei dem die Kinder beschäftigt sind und man selbst eigenen Interessen nachgehen kann. „Wie man am besten entspannt, muss jeder für sich entscheiden“, so Binnewies.

Mögliche Aktivitäten und unterschiedliche Interessen der Reisebegleiter sollten im Vorfeld geklärt sein, damit alle auf ihre Kosten kommen. Kontrolle oder das Gefühl von Selbstbestimmtheit in der Freizeit tragen zur Erholung bei.

Die Arbeit daheim lassen

In den Koffer gehören weder Laptop noch Gedanken an die Arbeit. Um Vorstress zu vermeiden und wirklich entspannt in die Ferien zu starten, sollte man zuvor Kollegen oder Kunden frühzeitig über den nahenden Urlaub informieren, laufende Projekte möglichst abschließen, ggf. an Stellvertreter delegieren oder eben vorarbeiten, und vor allem Hektik bis zur letzten Minute vermeiden. „Auszeit sollte ebenso organisiert werden wie Arbeit“, so Binnewies. Unerledigte Aufgaben bleiben eher im Gedächtnis und trüben den Erholungseffekt während und nach dem Urlaub. „Je größer der Arbeitsberg nach dem Urlaub ist, desto schneller geht die Erholung wieder verloren“, sagt Binnewies. Das Handy komplett auszuschalten, sei nicht immer realistisch. E-Mails aber könnten ungelesen bleiben.

Nach dem Urlaub noch ein paar freie Tage einplanen

„Wer die Koffer erst am Vorabend packt und mit der Reiseplanung erst vor Ort beginnt, kann den Alltag schlechter hinter sich lassen und droht sogar, im Urlaub krank zu werden. Besser ist ein „Puffertag“, den Alltag langsam ausklingen lassen, um in Urlaubsstimmung zu kommen. Mit der plötzlichen Umstellung „auf Urlaub“ ist der Organismus oft überfordert. Hinzu kommen oft ungewohntes Klima, Temperaturunterschiede oder Ernährung.“ Insbesondere bei Fernreisen sollte man nach dem Urlaub noch mindestens zwei freie Tage zu Hause einplanen und nicht gleich am nächsten Tag wieder arbeiten, empfiehlt die Erholungsforscherin und ergänzt: „Lieber häufiger ein paar Tage als nur den einen großen Jahresurlaub“.

Tipp: Denken Sie an eine Reiseapotheke und bei bestimmten Reisezielen an nötige Impfungen. Dadurch vermeiden Sie zusätzlichen Stress und setzen sorgenfreier aus.