Wichtiges Hilfsmittel zur Planung von Zahnersatz

Die Patientenpositionierung bei DVT-Röntgen-Geräten variiert zwischen liegend, sitzend und stehend - je nach Gerätehersteller. (Foto: Fotolia / coldwaterman)
Die Patientenpositionierung bei DVT-Röntgen-Geräten variiert zwischen liegend, sitzend und stehend - je nach Gerätehersteller. (Foto: Fotolia / coldwaterman)

Die digitale Volumentomographie (DVT) in der Zahnmedizin

Röntgenaufnahmen gehören nicht nur in der Humanmedizin zum Alltag, auch in der modernen Zahnmedizin sind sie nicht mehr wegzudenken. Manche Misserfolge gründen sich nämlich nicht selten auf eine nicht oder nur ungenügend durchgeführte radiologische Diagnostik. Denn, wie Kiefer und Gesicht des Patienten genau beschaffen sind, zeigt erst ein Röntgenbild. Meistens wird ein zweidimensionales Panoramaschichtbild angefertigt. Das hilft beispielsweise dabei, einen passgenauen Zahnersatz zu planen. Wenn das nicht ausreicht, kann zusätzlich auch das Verfahren der digitalen Volumentomographie (DVT) zum Einsatz kommen.

Lieferung dreidimensionaler Bilder

Genau wie ein Computertomograph (CT) liefert die DVT dreidimensionale Bilder. Gegenüber einem CT ist der Patient dabei aber einer deutlich geringeren Strahlung ausgesetzt. Dafür sorgen ein Flächendetektor und ein kegelförmiges Strahlenbündel, welches das Aufnahmefeld in einem Umlauf erfasst. Im Vergleich zur herkömmlichen zweidimensionalen Panoramaaufnahme kann die Strahlung allerdings je nach Gerät deutlich erhöht sein. Dafür bietet die dreidimensionale Röntgenbildgebung den grundsätzlichen Vorteil, die natürlicherweise vorliegende Dreidimensionalität anatomischer Strukturen ohne Dimensionsverlust wiedergeben zu können, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Die räumliche Zuordnung von anatomischen Strukturen wird häufig so überhaupt erst möglich.

Für schwierigere Fälle in der Implantologie geeignet

Das Setzen von Implantaten kann einen Implantologen vor größeren Herausforderungen stellen. So gelten zum Beispiel Patienten mit einem Knochenmangel oder bei denen die Implantate gefährlich nah an Nerven im Unterkiefer gesetzt werden müssen als eher schwierige Fälle. Mithilfe der DVT kann ein Sicherheitsabstand vermessen werden, ebenso wie die Breite und Höhe des Knochens in Relation zur Breite und Höhe des geplanten Implantats. Während sich auf zweidimensionalen Bildern die Strukturen überlagern und gegenseitig abdecken, kann der Implantologe auf dreidimensionalen Bildern alles aus verschiedenen Winkeln beurteilen.

Auch in der Funktionsdiagnostik und -therapie, sowie der chirurgischen Zahnheilkunde kann die DVT eingesetzt werden. Mithilfe der DVT lassen sich auch zweidimensionale Bilder und Schablonen am Computer vereinen. Ein Programm legt die Modelle von Kiefer, Schädel und Probe-Implantat übereinander. So kann virtuell ausprobiert werden, welches Implantat am besten passt.

Selbst bei der Herstellung von Bohrschablonen für die Implantat-Operation sind die Volumendatensätze der DVT behilflich: Die Daten können vom Computer aus an eine Fräsmaschine übertragen werden, die aus Kunststoff eine perfekt auf die Kieferverhältnisse angepasste Bohrschablone herstellt. Die Kosten für eine DVT-Aufnahme werden aber im Regelfall nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Übrigens: Bei Kindern und Jugendlichen sind andere bildgebende Verfahren mit vergleichbarem gesundheitlichem Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlenbelastung verbunden sind, aufgrund strengerer Strahlenschutzrichtlinien gegenüber der DVT zu bevorzugen.