Wer zahlt den Duschstuhl?

Der Duschhocker zählt zu den „technischen Hilfsmitteln“ und wird daher von den Pflegekassen in der Regel leihweise zur Verfügung gestellt. (Foto: nancy dressel / Fotolia)
Der Duschhocker zählt zu den „technischen Hilfsmitteln“ und wird daher von den Pflegekassen in der Regel leihweise zur Verfügung gestellt. (Foto: nancy dressel / Fotolia)

Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung bei der Anschaffung von Pflegehilfsmitteln

(dbp/nas) Benötigt ein Mensch Pflege, stellen sich viele Fragen für den Betroffenen und seine Angehörigen. Wie lässt sich Hilfe zu Hause organisieren? Wo gibt es finanzielle Unterstützung? Für einige Hilfsmittel zahlt die Krankenkasse, andere werden von der Pflegeversicherung übernommen. Welche Möglichkeiten es für jeden Fall konkret gibt, darüber beraten zum Beispiel Pflegestützpunkte oder Berater der Kassen. Wer Leistungen der Pflegeversicherung bekommt, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung.

Kranken- und Pflegekasse zahlen für Hilfsmittel

Grundsätzlich gilt: Hilfsmittel, die als medizinisch notwendig eingestuft und von einem Arzt per Rezept verordnet werden, zahlt die Krankenkasse. Dazu gehören Rollatoren, Toilettenstühle, Inhalationsgeräte oder Inkontinenz-Artikel. Die Pflegeversicherung hingegen ist für Hilfsmittel zuständig, die dazu dienen, die Pflege zu erleichtern, zum Beispiel auch ein Pflegebett. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Pflegekassen sogenannte „technische Pflegehilfsmittel“ vorrangig leihweise zur Verfügung stellen.

Für zum Verbrauch bestimmte Einmalartikel wie Desinfektionsmittel oder Bettschutzeinlagen zahlen die Kassen in der ambulanten Pflege einen Betrag von maximal 31 Euro (ab 2015: 40 Euro) im Monat. Anspruch auf Pflegehilfsmittel haben inzwischen übrigens auch Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die zwar die Kriterien der Pflegestufe 1 („erhebliche Pflegebedürftigkeit“) noch nicht erfüllen, aber Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Grundpflege benötigen. Die Einordnung in eine Pflegestufe erfolgt nach der Stellung eines Antrags und einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Der Einzelfall entscheidet

Nicht immer könne man pauschal sagen, dass ein Hilfsmittel bewilligt wird, ein anderes aber nicht, erklärt Riyad Salhi von der AOK Hessen. „Es kommt immer auf den Einzelfall an“, sagt der Krankenkassenfachwirt. Auch die eigentlich klare Zuordnung bei der Finanzierung kann manchmal außer Kraft gesetzt sein. Beispiel: Ein Pflegebett, für das normalerweise die Pflegeversicherung aufkommt, wird dann von der Krankenkasse finanziert, wenn es nur übergangsweise benötigt wird, um einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern.

Ist durch die Pflegebedürftigkeit eine „Wohnraumanpassung“ nötig, bezuschusst die Pflegekasse Umbaumaßnahmen im Haus oder in der Wohnung mit einem Betrag von bis zu 2.557 Euro (ab 2015: 4.000 Euro).

Wer sich als Betroffener oder Angehöriger in Fragen rund ums Thema Pflege beraten lassen möchte, der kann sich zum Beispiel an einen Pflegestützpunkt wenden. Befindet sich kein Stützpunkt in unmittelbarer Nähe, dann besteht die Möglichkeit zur telefonischen Beratung. Auch zahlreiche kirchliche und karitative Organisationen wie der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Arbeiter-Samariter-Bund oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben Beratungsstellen eingerichtet. Die AWO bietet außerdem eine kostenlose bundesweite Telefonberatung unter der Nummer 0800-60 70 110.

Außerdem kann jeder Versicherte über die Kassen die Unterstützung eines Pflegeberaters in Anspruch nehmen. Die Berater kommen zu den Pflegebedürftigen nach Hause und sind dann in der Lage, ein „individuelles, passgenaues Hilfspaket“ zu schnüren, wie Riyad Salhi sagt.

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