Wer Statine nimmt, darf nicht ungezügelt schlemmen

Fettes Fast Food ist nicht gesund für Patienten, die Lipidsenker nehmen müssen. (Foto: Bilderbox)
Fettes Fast Food ist nicht gesund für Patienten, die Lipidsenker nehmen müssen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Statine sind kein Freifahrtschein für fett- und kalorienreiche Ernährung, warnt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI).

Der Internist aus Hamburg verweist auf eine aktuelle Studie, aus der hervorgehe, dass der Fettkonsum und die Kalorienzufuhr bei Statin‐Anwendern im Vergleich zu Nicht‐Statin‐Anwendern zwischen 1999 und 2010 erheblich gestiegen seien. Die Anzahl der Menschen, die Statine einnehmen, habe sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

„Anscheinend meinen manche Patienten, dass sie nicht mehr auf ihr Gewicht und auf ihre Ernährung achten müssen, wenn sie Lipidsenker einnehmen. Das ist allerdings ein Fehlschluss“, sagt Dr. Wesiack.

Erste Maßnahme: Maß halten!

In den Leitlinien zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämien) wird an erster Stelle empfohlen, dass der Patient seine Ernährung umstellt. „Denn übergewichtige Menschen sind – unabhängig davon, ob sie Statine anwenden oder nicht – besonders gefährdet, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln“, erläutert Wesiack.

Statine sind Medikamente, die die Neubildung des Cholesterins in der Leber hemmen, auch Lipidsenker genannt. Nach Angaben des Portals www.internisten-im-netz.de senken sie das Gesamt-Cholesterin im Blut um 30 bis 40 Prozent. „Das LDL-Cholesterin sinkt um 35 bis 45 Prozent, die Triglyzeride sinken geringfügig und das HDL-Cholesterin steigt leicht an.“

Cholesterin allein macht keinen Herzinfarkt

Übrigens: Eine hohe Konzentration von Gesamtcholesterin im Blut allein ist noch kein Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten und kein Grund, Medikamente zu nehmen. Erst die Berücksichtigung aller Faktoren, die das Gesamtrisiko ausmachen, entscheidet darüber, ob eine Senkung des LDL-Cholesterinspiegels medizinisch notwendig ist. Je mehr Risikofaktoren (vor allem Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes) vorliegen, desto höher ist das Infarktrisiko und desto niedriger sollte der Zielwert für das LDL-Cholesterin sein.