Wenn Surfen süchtig macht

Gefangen im Internet – Durch die zusätzliche Nutzung von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets steigt auch die Gefahr der Internet-Sucht. (Foto: fotohansel / Fotolia)
Gefangen im Internet – Durch die zusätzliche Nutzung von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets steigt auch die Gefahr der Internet-Sucht. (Foto: fotohansel / Fotolia)

Folgen der Internet-Sucht und wie die ersten Anzeichen erkannt werden können.

dbp/abz) Die tägliche Nutzung des Internets ist für die meisten Menschen eine selbstverständliche Angelegenheit. Mehrmals täglich wird der E-Mail-Eingang gecheckt, in sozialen Netzwerken gechattet, Nachrichten gelesen oder ein Onlinekauf getätigt. Seit dem Vormarsch der mobilen Endgeräte wie Smartphones und Tablets ist der Zugang ins Netz für die meisten Nutzer auch unterwegs rund um die Uhr möglich. Dies führt bei vielen Menschen zu dramatischen Verhaltensänderungen.

Intensive Nutzung des Internets ist nicht gleich Sucht

Wann wird exzessive Nutzung des Internets zur Sucht und welche Folgen hat sie für die Gesundheit? Forscher sprechen von Internetsucht, wenn ein Kontrollverlust über das Nutzungsverhalten vorliegt. Das heißt, nicht jeder der gerne im Internet surft oder auch stundenlang Computerspiele nutzt, ist internetsüchtig, denn entscheidend ist die Möglichkeit, das eigene Nutzungsverhalten zu kontrollieren.

Fehlt diese Regulation, gehen damit regelmäßig Isolation und der Verlust sozialer Kontakte einher. Die stundenlange Konzentration auf den Computer bzw. andere Endgeräte führt zur Vernachlässigung von Partner und Familie, die keine Aufmerksamkeit mehr erhalten bis der Süchtige alle sozialen Beziehungen und Handlungen aufgegeben hat. Internetsucht kommt den Ergebnissen von verschiedenen Studien zufolge besonders häufig bei intensiven Nutzern von sozialen Netzwerken und Onlinespielen vor.

Durch den Rückzug von der Außenwelt können Depressionen, affektive Störungen, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen auftreten. Wenn die Betroffenen nun probieren, diese Symptome zu unterdrücken, geraten sie häufig in die nächste Falle, indem sie versuchen, die psychischen Folgen des Internetkonsums mit Nikotin oder Alkohol zu kompensieren.

Auch der Körper nimmt Schaden

Aber auch physisch hat die stundenlange Position vor dem Bildschirm oder das Starren auf das Smartphone Folgen: Einseitige Körperhaltung, Überanstrengung des Sehapparates und auch mögliche vital bedrohliche Erschöpfungszustände. Zudem ist in den meisten Fällen das Ernährungsverhalten gestört: Dies äußert sich entweder in Übergewicht durch zu viel Fast Food, das unbewusst oder unüberlegt verdrückt wird oder im umgekehrten Fall durch Unterernährung, wenn die Sucht keinen Raum mehr lässt, überhaupt zu essen.

Erkennen der Anzeichen für eine Online-Sucht

Wer feststellt, dass er lieber online geht, als sich mit Freunden zu treffen oder immer wieder bemerkt, dass er viel länger online ist, als geplant und sich der Partner über das Nutzungsverhalten beschwert, der sollte einmal versuchen, aufs Internet zu verzichten. Wer es dann kaum erwarten kann, wieder online zu gehen oder feststellt, ohne Internetzugang schlecht drauf zu sein, der ist nah dran an dem Punkt, in eine Internetsucht zu geraten.

Weitere Anzeichen für eine beginnende Internetsucht sind die Änderung des Tagesablaufes zur Ermöglichung von Online-Zeit, das Versäumen von Mahlzeiten oder ständige Gedanken ans Internet auch wenn man gerade nicht online ist. Wer jetzt nicht die Kurve kriegt, indem der gesunde Menschenverstand die Selbstkontrolle über das Online-Verhalten wieder übernimmt, läuft Gefahr in eine Sucht zu geraten aus der dann nur noch eine Psychotherapie führen kann und die bis dahin häufig viel Schaden in Partnerschaften und sozialen Beziehungen angerichtet hat.