Wenn Mitochondrien altern, stolpert das Herz

Das Kölner Forschungsinstitut CECAD untersucht die molekularen Prozesse der menschlichen Alterung. (Foto: CECAD)
Das Kölner Forschungsinstitut CECAD untersucht die molekularen Prozesse der menschlichen Alterung. (Foto: CECAD)

(dbp/auh) Ältere Menschen leiden häufiger unter Herzrhythmusstörungen als jüngere.

Ein Grund dafür ist die natürliche Zellalterung. Doch wie genau sieht der Alterungsprozess in den Zellen des Herzgewebes aus, der zu den Arrhythmien führt? Eine Arbeitsgruppe am Kölner Exzellenzcluster CECAD hat dieses Phänomen bei Mäusen beobachtet und entdeckt, dass zufällig auftretende Zellveränderungen ab einer bestimmten Zahl das Herz aus dem Takt bringen.

Im CECAD (Cluster of Excellence: Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases) arbeiten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen daran, die molekularen Grundlagen für die Alterung zu verstehen und damit die sogenannten Alterskrankheiten gezielt bekämpfen zu können. Einer dieser Forscher ist der französische Molekularbiologe und Physiologe Dr. Olivier Baris. Seine Arbeitsgruppe untersuchte die Mitochondrien in den Herzen von Mäusen.

Hintergrund: Mitochondrien sorgen in allen Zellen des Körpers für die Energiezufuhr. Die kleinen Kraftwerke verfügen über eine eigene Erbsubstanz (mtDNA), die sich mit dem Alter – nicht zu ihrem Vorteil – verändert. Steigt die Anzahl der so veränderten mtDNA zu sehr an, kommt es zu einer dramatischen Störung der mitochondrialen Funktion und in Folge auch der Zellfunktion. Dieses Phänomen tritt in einzelnen Zellen auf, die zufällig zwischen vielen normalen Zellen verteilt sind und sieht aus wie ein Mosaik.

Aus seinem Mausexperiment folgert Dr. Baris nun nach eigenen Angaben, „dass die typischerweise im alternden menschlichen Herzen auftretende Neigung zu Rhythmusstörungen von der zufällig auftretenden Anhäufung von beschädigten Mitochondrien in wenigen einzelnen Zellen und dem daraus resultierenden Gewebemosaik hervorgerufen werden könnte“. Außer der veränderten mtDNA gab es keine anderen Störungen der Herzfunktion.