Wenn häusliche Pflege an ihre Grenzen stößt

Über geeignete Heime in der Region können z. B. die Pflegekassen oder Pflegestützpunkte beraten. (Foto: Fotolia / Daisy Daisy)
Über geeignete Heime in der Region können z. B. die Pflegekassen oder Pflegestützpunkte beraten. (Foto: Fotolia / Daisy Daisy)

Ein Umzug ins Heim kann Entlastung bringen.

(dbp/spo/fru) In der Realität sieht das Altwerden zu Hause nicht immer so rosig aus, wie es sich viele vorstellen, insbesondere dann nicht, wenn man zu Hause den Alltag nicht mehr alleine bewältigen kann und teilweise auch gepflegt werden muss. Manchmal erwartet Senioren statt eines großen Familienkreises im Alter eher die große Einsamkeit. Vielleicht ist der Ehepartner schon gestorben, die Kinder sind berufstätig und mit der eigenen Familie stark eingespannt, so dass die Pflege zu kurz kommt. Und die Enkel führen sowieso ihr eigenes Leben. Wieder andere haben gar keine Familie mehr, die sie im Alter umsorgen und pflegen könnte. Wenn dann noch eine Krankheit hinzukommt, welche die Pflegebedürftigkeit erhöht, kann der Umzug ins Heim eine gute Alternative sein.

Heim ist nicht gleich Heim

Laut Bundeministerium für Gesundheit (BMG) gibt es grundsätzlich drei unterschiedliche Heimtypen: das Altenwohnheim, das Altenheim und das Pflegeheim. „In Altenwohnheimen leben die Bewohnerinnen und Bewohner relativ eigenständig in kleinen Wohnungen mit eigener Küche. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Mahlzeiten in Gesellschaft der anderen Bewohnerinnen und Bewohner einzunehmen“, erklärt das BMG.

Altenheime ermöglichen älteren Menschen, die ihren Haushalt nicht mehr eigenständig führen können, pflegerische Betreuung und hauswirtschaftliche Unterstützung. Dennoch leben die Bewohnerinnen und Bewohner hier oft in ihren eigenen kleinen Wohnungen oder Appartements.

In Pflegeheimen leben die Bewohnerinnen und Bewohner hingegen in der Regel in Einzel- oder Doppelzimmern, in die häufig auch eigene Möbel mitgenommen werden können. Hier wird eine umfassende pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung gewährleistet – der Betreuungsaufwand ist hier also am höchsten. „In den meisten Einrichtungen findet man heutzutage eine Kombination der drei traditionellen Heimtypen Altenwohnheim, Altenheim und Pflegeheim“, heißt es vom BMG.

Individuelle Bedürfnisse entscheidend

Wenn man sich für eine der drei Wohnformen entschieden hat, ist es wichtig, das Heim sorgfältig auszusuchen, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Alltag im Heim sollte den Bedürfnissen des künftigen Bewohners so weit wie möglich gerecht werden – nur so wird er sich später auch wohlfühlen. Eines der wichtigsten Kriterien sei der Standort. Viele Senioren möchten verständlicherweise in der Nähe der Familie wohnen. Wer sein ganzes Leben in der Stadt verbracht hat, wird sich vielleicht in einem Heim auf dem Land nicht wohl fühlen und umgekehrt. Außerdem: Wer morgens lange schlafen will, dem kommt ein Heim mit flexibleren Wasch- und Frühstückszeiten vielleicht eher entgegen. Und wer ohne seinen Lieblingssessel nicht entspannen kann, der sollte sich ein Heim suchen, in das er das ein oder andere Möbelstück mitbringen darf.

Kriterien für die Heimauswahl gibt es viele. Beginnen sollte die Suche mit einer Anbieterliste, die es bei den Pflegekassen oder Pflegestützpunkten gibt. Hilfreich sind darüber hinaus die Checklisten zur Suche eines Heims, die es zum Beispiel auf den Webseiten der Verbraucherzentralen, dem Sozialverband VdK oder dem Bundesfamilienministerium gibt.