Wenn es zu Hause nicht mehr geht

Manchmal ist ein Umzug ins Pflegeheim für alle die richtige Lösung. (Foto: bilderstoeckchen / Fotolia)
Manchmal ist ein Umzug ins Pflegeheim für alle die richtige Lösung. (Foto: bilderstoeckchen / Fotolia)

Für Demenzkranke kann ein Pflegeheim die bessere Alternative sein

(dbp/auh) Wenn eine Demenzerkrankung voranschreitet und Angehörige mit der Pflege überlastet sind, stellt sich die Frage nach Alternativen zum Leben zu Hause. Den Umzug ins Pflegeheim scheuen allerdings viele. Ein Grund: Sie befürchten, dass die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz in einer stationären Einrichtung nicht angemessen berücksichtigt werden können.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) möchte bei Betroffenen Berührungsängste mit dem Thema abbauen. „Vielfach ist das Leben im Heim für Menschen mit Demenz, wie auch für ihre Angehörigen die beste Lösung“, findet Heike von Lützau-Hohlbein, die Vorsitzende der DAlzG. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Heime sich noch stärker auf die demenzkranken Bewohner einstellen“, so die Münchnerin, die im Jahr 1989 zu den Gründungsmitgliedern der DAlzG gehörte.

Zu Hause ist nicht immer der beste Ort

Beim jüngsten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) erläuterte von Lützau-Hohlbein, welche Faktoren dazu beitragen können, dass die Versorgung Demenzkranker zu Hause gefährdet ist: Wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, weil die Risiken der Selbstverletzung zu hoch werden, wenn zusätzliche Erkrankungen auftreten, deren Behandlung zu Hause nicht möglich ist oder wenn die Hilfe ambulanter Pflegedienste verweigert wird.

Kommen pflegende Angehörige an die Grenze ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit, so kann der Umzug in eine stationäre Einrichtung für alle Beteiligten eine Erleichterung sein. „Es ist ungerecht, wenn vom „Abschieben ins Heim“ gesprochen wird“, so Heike von Lützau-Hohlbein. Sie weiß allerdings aus eigener Erfahrung und aus ihrer langjährigen Beratungstätigkeit, dass es bei Angehörigen vielfältige Widerstände gegen diesen Schritt geben kann.

Ein Umdenken in der Pflege ist nötig

Nach Angaben des Bundesforschungsministeriums verfolgen immer mehr Heime therapeutische Ansätze, „die in einem Demenzkranken nicht mehr wie früher nur einen medizinischen Pflegefall sehen“. Stattdessen bemühen sich die dortigen Pflegekräfte, die ganz eigene Realität des dementen Menschen zu akzeptieren und seine Würde zu wahren. Dazu gehört, dass die räumliche Gestaltung den Bewohnern Orientierung gibt, ihre Sinne anregt und ihnen zugleich ermöglicht, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Wichtig sei auch, dass sich der Tagesablauf nicht an einem starren Zeitplan, sondern an den individuellen Gewohnheiten und aktuellen Bedürfnissen der dementen Bewohner orientiert.

Die Broschüre „Mit Demenz im Pflegeheim“, die bei der DAlzG gegen eine Gebühr erhältlich ist, möchte dazu ermutigen und dabei helfen, ein gutes und individuell passendes Heim zu finden. Sie informiert über entsprechende Internetportale und Beratungsstellen. Angehörige erhalten Hinweise, worauf sie bei einer Besichtigung achten müssen und welche Möglichkeiten sie haben, auch nach dem Umzug weiterhin für das Wohlbefinden des Demenzkranken zu sorgen.

  • Auch am „Alzheimer-Telefon“ kann man sich informieren: Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und Freitag von 9 bis 15 Uhr unter den Nummern 01803 – 17 10 17 oder 030 – 2 59 37 95 14.