Wenn die Scheinwerfer stärker blenden als früher

Sehstörungen sind immer ein Grund für einen Besuch beim Augenarzt. (Foto: pix4U / Fotolia)
Sehstörungen sind immer ein Grund für einen Besuch beim Augenarzt. (Foto: pix4U / Fotolia)

Blendempfindlichkeit kann viele Ursachen haben und sollte augenärztlich untersucht werden

(dbp/auh) Jeder zweite Deutsche fährt laut „ADAC-Reise-Monitor 2014“ mit dem Auto in den Urlaub. Bei weiten Reisen, etwa ans Mittelmeer, bedeutet das für viele Autofahrer: ungewohnt lange Fahrten zu ungewohnten Tageszeiten. Oft machen sich dann körperliche Schwächen bemerkbar, die im Alltag (noch) nicht zum Vorschein kommen.

Erhöhte Blendempfindlichkeit gehört dazu. Dabei handelt es sich um eine Sehschwäche, die augenärztlich untersucht werden sollte. Oft bemerken Betroffene das Problem lediglich beim Autofahren, und dann auch nur im Dunkeln oder bei Dämmerlicht. Umgangssprachlich wird das Phänomen daher fälschlicherweise auch „Nachtblindheit“ genannt.

Echte Nachtblindheit (Hemeralopie) ist aber eine in unseren Breiten seltene Krankheit, während schlechtes Dämmerungssehvermögen und erhöhte Blendempfindlichkeit häufig vorkommen. Experten schätzen, dass von den über 70-Jährigen etwa jeder Zweite nachts so schlecht sieht, dass er eigentlich nicht mehr Auto fahren sollte.

Bei den ersten Symptomen zum Augenarzt

So lange sollte man aber auf keinen Fall warten, sondern gleich bei den ersten Auffälligkeiten einen Termin beim Augenarzt machen. Zum Beispiel, wenn man den Eindruck hat, dass die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos oder auch der im Rückspiegel stärker blenden als früher. Oder wenn man Autobahnschilder erst etwa 50 Meter davor richtig lesen kann (etwa ein Begrenzungspfosten-Abstand).

Augenärzte verfügen über spezielle Untersuchungsverfahren, um zu prüfen, ob eine echte Nachtblindheit vorliegt oder welche andere Ursachen die „neue Unsicherheit“ im Dunkeln hat.

Viele mögliche Ursachen für Blendempfindlichkeit

Die möglichen Gründe für das schlechtere Sehen bei ungünstigen Lichtverhältnissen sind zahlreich: Sie reichen von kleinen Sehfehlern, die mit Brille oder Kontaktlinsen gut ausgeglichen werden können bis hin zum Grauen Star, der durch den Austausch der trüben durch eine künstliche Linse (Katarakt-Operation) behandelt wird. Neben einer Linsentrübung können auch Ablagerungen auf der Hornhaut oder Veränderungen am Glaskörper dazu führen, dass das ins Auge einfallende Licht gestreut wird. Diese mit steigendem Alter zunehmende Streulichtentwicklung ist die Hauptursache für eine Verschlechterung des Dämmerungssehvermögens. Seltener sind Störungen der Pupille oder der Adaptationsfähigkeit der Netzhaut durch Erkrankungen von Netzhaut und Sehnerv.

Mithilfe der Nyktometrie ermittelt der Augenarzt die Art der Störung und ermöglicht dadurch die gezielte und rechtzeitige Therapie. Das Untersuchungsverfahren beinhaltet die Überprüfung der Kontrastwahrnehmung in der Dämmerung mit und ohne Blendung.

Regelmäßige Kontrollen ab 40 Jahre

Nicht nur Autofahrer sollten ihrer Gesundheit zuliebe regelmäßig zum Augenarzt. Ein- bis zweimal jährlich sind Kontrolluntersuchungen für über 40-Jährige empfehlenswert. Denn ab diesem Alter steigt das Risiko für den Grünen Star (Glaukom). Kurzsichtigen (ab drei Dioptrien) wird unabhängig vom Alter geraten, jedes Jahr ihre Netzhaut untersuchen zu lassen. Und allen ab 60 Jahre wird eine Früherkennungsuntersuchung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) im Abstand von zwei Jahren empfohlen.