Wenn die Nieren schlappmachen

Bei der Hämodialyse wird der Patient für mehrere Stunden an einen externen Blutkreislauf angeschlossen. (Foto: beerkoff / Fotolia)
Bei der Hämodialyse wird der Patient für mehrere Stunden an einen externen Blutkreislauf angeschlossen. (Foto: beerkoff / Fotolia)

(dbp/spo) Die Nieren arbeiten in Dauerschicht: Tag und Nacht filtern sie Abfallstoffe und Gifte aus dem Blut. Wenn sie das nicht mehr können, muss eine künstliche Niere einspringen: das Dialysegerät.

Spätestens wenn die Leistung der Nieren auf unter zehn Prozent gesunken ist, bekommt der Patient das zu spüren: Müdigkeit, eine sinkende Leistungsfähigkeit, Atemnot, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie die Folgen.

Durch die mangelhafte Blutreinigung droht der Körper schleichend zu vergiften. Die Lösung wäre eine Spenderniere, doch darauf müssen die meisten Patienten jahrelang warten. So bleibt als Alternative die Dialyse. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die Hämodialyse, die außerhalb des Körpers stattfindet, und die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse), die im Körper passiert.

Dialyse im oder außerhalb des Körpers

Bei der Hämodialyse wird der Patient für mehrere Stunden an einen externen Blutkreislauf angeschlossen. Sein Blut wird über einen dauerhaften Gefäßzugang (Shunt) in den Dialysator, die eigentliche künstliche Niere, gepumpt. Dort fließen das Blut und eine Spülflüssigkeit (Dialysat) getrennt durch eine halbdurchlässige Membran aneinander vorbei. Dabei verteilen sich die kleinen Schlackenstoffe des Blutes gleichmäßig auf beide Flüssigkeiten. Durch den ständigen Austausch des Dialysats wird die Giftstoffkonzentration mehr und mehr verdünnt. Das gesäuberte Blut fließt dann wieder in den Körper zurück.

Bei der Peritonealdialyse dient das Bauchfell als Membran und die Bauchhöhle als Lagerort für die Spülflüssigkeit. Die Flüssigkeit muss der Patient selbst im Rhythmus von mehreren Stunden über einen Katheter austauschen. Oder aber ein Dialysegerät übernimmt den Austausch über Nacht.

Welche Methode für welchen Patienten geeignet ist, muss individuell zusammen mit dem Arzt entschieden werden.