Wenn die Haarpracht immer dünner wird

Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) die häufigste Form des Haarverlustes. Erste Anzeichen dafür können die sogenannten Geheimratsecken sein. (Foto: Fotolia / gpointstudio)
Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) die häufigste Form des Haarverlustes. Erste Anzeichen dafür können die sogenannten Geheimratsecken sein. (Foto: Fotolia / gpointstudio)

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall.

(iwg/fru) Schöne und gesunde Haare gehören für viele Menschen zu einem attraktiven Äußeren. Doch sowohl Frauen als auch Männer können unter Haarausfall leiden. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen. Auslöser für dünner werdende Haare ist bei Frauen oft der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren. Auch bei Männern spielt oft eine hormonell-genetische Veranlagung eine Rolle aber auch andere Faktoren wie Probleme mit der Schilddrüse oder eine ungesunde Lebensweise mit zu viel Stress, Rauchen oder eine falsche Ernährung.

Bei Haarproblemen zum Facharzt

Bei Haarproblemen sollte man grundsätzlich den Facharzt aufsuchen. Das ist i.d.R. der Hautarzt (Dermatologe). Denn entscheidend ist zunächst die richtige Diagnose. Erst darauf aufbauend kann eine individuelle Therapie erfolgen. Dermatologen unterscheiden vor allem zwischen diffusem Haarausfall, erblich bedingtem Haarausfall sowie kreisrundem Haarausfall. Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) die häufigste Form des Haarverlustes. Das Haar lichtet sich dabei von der Stirn bis zum Hinterkopf und in einigen Fällen bildet sich eine Glatze. Typischerweise beginnt das Ganze mit der Bildung der sogenannten Geheimratsecken, danach lichtet sich der obere Hinterkopf. Frauen verlieren bei erblich bedingtem Haarausfall einen Teil ihres gesamten Haarvolumens, vorwiegend am Scheitel. Sind 50 Prozent weniger Haare da, schimmert die Kopfhaut durch.

Beim kreisrunden Haarausfall fallen die Haare relativ plötzlich in einem klar umgrenzten Bereich aus. „Meist beginnt der kreisrunde Haarausfall mit einer einzelnen kleinen kahlen Stelle am Kopf. Diese kann sich ausbreiten und weitere haarlose Areale können hinzukommen“, teilt der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) mit. Die genaue Ursache ist unbekannt, die Mediziner vermuten jedoch eine Störung des Immunsystems. Von dieser zweithäufigsten Form sind eher jüngere Menschen betroffen und der Haarausfall verschwindet meist wieder von selbst – und zwar dann, wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers den „Angriff“ auf das Immunsystem überwunden haben. Ein diffuser Haarausfall hingegen, der auf Mangelerscheinungen zurückzuführen ist, kann durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung vermieden werden. Unterstützend können verschiedene Präparate und B-Vitamine eingenommen werden.

Medikamente als Ursache

Insbesondere bei Krebsbehandlungen mit sogenannten Zytostatika können die Haarwurzeln vorübergehend geschädigt werden und die Haare fallen aus, erklärt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Wenn der Körper die Medikamente abgebaut hat, fangen sie i.d.R. wieder an zu wachsen. Etwa drei Monate nach der letzten Chemotherapie kommen die meisten dann schon wieder ohne Perücke oder Kopfbedeckung aus.

Wer in der Zwischenzeit eine Perücke tragen möchte, kann sich bereits vor dem Klinikaufenthalt eine ärztliche Verordnung besorgen. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten oder zahlen zumindest einen Zuschuss – das ist je nach Kasse verschieden. Es lohnt sich also, hier vorher nachzufragen, schließlich gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen Kunsthaar und Echthaar. Perücken müssen eine gute Qualität haben und perfekt angepasst sein, damit sie später nicht wie eine Verkleidung wirken. Vor dem Kauf sollten sie am besten in einem Spezialgeschäft ausprobiert werden, danach müssen sie beim Friseur nachgeschnitten und eventuell nachgefärbt werden.