Wenn die Brille nicht reicht

Vergrößernde Sehhilfen gibt es für alle Lesegewohnheiten und Bedürfnisse. (Foto: ZVA)
Vergrößernde Sehhilfen gibt es für alle Lesegewohnheiten und Bedürfnisse. (Foto: ZVA)

Vergrößernde Sehhilfen können vom Augenoptiker individuell angepasst werden.

(dbp/auh) Viele Augenoptiker bieten neben den Dienstleistungen rund um Brillen und Kontaktlinsen auch Zusatz- und Spezialleistungen an. Dazu gehören optische Geräte wie Ferngläser oder Mikroskope und auch vergrößernde Sehhilfen für Sehbehinderte.

Wenn Brille oder Kontaktlinsen die Fehlsichtigkeit nicht (mehr) ausgleichen können, bereiten alltägliche Aufgaben große Probleme. Das gilt nach Angaben des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA) für mehr als 500.000 Menschen in Deutschland. Eine der Ursachen ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), bei der es zum Verlust der zentralen Sehschärfe kommt. Die AMD ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung bei Menschen über 50 Jahren. Werte von weniger als 20 Prozent der normalen Sehfähigkeit sind laut ZVA keine Seltenheit.

Vergrößernde Sehhilfen können sehbehinderten Menschen das Lesen, Fernsehen oder die Arbeit am Computerbildschirm erleichtern. Die Bandbreite solcher Zusatzgeräte ist groß und beinhaltet mobile und stationäre Produkte. Besonders wichtig für die optimale Versorgung ist ein ausführliches Beratungsgespräch beim Augenoptiker oder beim Augenarzt. Denn nur auf der Grundlage der individuellen Bedürfnisse und Anwendungsgebiete des Sehbehinderten kann die Sehhilfe angepasst werden.

Zu den optisch vergrößernden Sehhilfen zählen unter anderem überkorrigierte, also hoch vergrößernde Lesebrillen, Lupen, Lupenbrillen und Fernrohrlupenbrillen. Bildschirmlesegeräte sind optoelektronische Sehhilfen.

Hoch vergrößernde Lesebrillen

Die einfachste vergrößernde Sehhilfe ist eine Überkorrektur, bei der der Nahteil der Brille verstärkt wird. Dabei ergibt sich ein sehr kurzer Leseabstand.

Lupen

Handlupen erlauben ein Lesen in gewohntem Abstand. Klapplupen und Taschenleuchtlupen können unterwegs hilfreich sein beim Lesen von Produktinformationen, Preisschildern oder Speisekarten. Vorsteck-, Aufsteck- und Umhängelupen helfen bei der Hausarbeit und erleichtern Brett- und Würfelspiele.

Fernrohrlupenbrillen

Ist der Lese- oder Arbeitsabstand mit der Lupe zu kurz, bieten sich Fernrohrlupensysteme nach Galilei oder Kepler an. Durch Aufstecken einer Linse wird aus einer Fernrohrbrille eine Fernrohrlupenbrille.

Bildschirmlesegeräte

Wenn mit konventionellen vergrößernden Sehhilfen keine Lesefähigkeit erreicht wird, kann mit Bildschirmlesegeräten weitergeholfen werden. Hierbei ist eine zunehmende stufenlose Vergrößerung in beliebiger Höhe möglich. Durch die wählbare Vergrößerung und die Kontraststeigerung ergeben sich teilweise Vorteile gegenüber optischen Sehhilfen.

Kostenübernahme

Für gesetzlich Versicherte mit schwerer Sehschwäche oder Blindheit übernimmt die Kasse zumindest einen Teil der Kosten für eine verordnete Sehhilfe. Für Gebrauchsgegenstände wie Fernbedienungen oder Telefone mit großen Tasten, sprechende Uhren und Haushaltsgeräte werden grundsätzlich keine Kosten erstattet.

Weitere Informationen:

„Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen“, gemeinsame Broschüre des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes und des Zentralverbandes der Augenoptiker, online verfügbar unter www.dbsv.org/infothek/broschueren-und-mehr/.