Wenn der Atem stockt

Wenn der Atem stockt

Bei Asthma-Patienten spielt das Immunsystem schon bei harmlosen Reizen verrückt

(dbp/wgt) Trockener Husten, pfeifende Atmung und Luftnot – Asthmatiker kennen die Symptome, mit denen sich ein Anfall ankündigt. Meist hilft dann nur noch der Griff zum Inhalator. Mit Medikamenten lässt sich die Atemwegserkrankung heute gut behandeln, sodass die Patienten ein weitgehend normales Leben führen können.

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die meist schon im Kindesalter beginnt. Die Beschwerden treten anfallartig auf. Dabei kommt es zu einer Überreaktion der Atemwege auf an sich harmlose Stoffe. Das führt dazu, dass sich die Bronchien verengen und die Atemluft nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen kann.

Nicht immer ist eine Allergie die Ursache

Experten unterscheiden zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Nicht immer lassen sich die Symptome eindeutig der einen oder anderen Form zuordnen. Beim allergischen Asthma, dem oft eine erbliche Veranlagung zugrunde liegt, reagiert das Immunsystem auf Reizauslöser, die mit der Luft eingeatmet werden. Dazu zählen unter anderem Tabakrauch, Pflanzenpollen, Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze. Aber auch Abgase, Chemikalien und Duftstoffe können die Bronchien zusätzlich reizen.

Die nicht-allergischen Asthmaformen dagegen werden durch Reize aus dem Körper selbst ausgelöst. Häufig handelt es sich dabei um Viren oder Bakterien in den oberen Atemwegen. Manche Asthmapatienten reagieren auf Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) und andere Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) allergisch. Körperliche Anstrengungen und Stress kommen als Auslöser ebenfalls in Frage.

Asthma steht außerdem an der Spitze der beruflich bedingten Lungenerkrankungen. Neben Mehl- und Holzstäuben gehören Isozyanate, die in Farben oder bei der Herstellung von Kunststoffen, Klebern und Härtern Verwendung finden, zu den wichtigsten Auslösern asthmatischer Reaktionen.

Bislang ist Asthma nicht heilbar. „Die Bereitschaft der Bronchien, überempfindlich zu reagieren, bleibt das ganze Leben mehr oder weniger stark bestehen“, erläutert Dr. Peter Fischer, Kinder- und Jugendarzt sowie Facharzt für Allergologie und Umweltmedizin, in seinem Elternratgeber. Bei einem Drittel der Kinder verlieren sich laut Fischer die Beschwerden allerdings im Erwachsenenalter bis auf einige Restsymptome.

Langzeittherapie mit Medikamenten

Wichtig für den Behandlungserfolg ist jedoch, dass die chronische Entzündung in den Bronchien frühzeitig erkannt wird. Die medikamentöse Behandlung setzt dann auf zwei Ebenen an. Die Langzeittherapie zielt darauf ab, die Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen abzuschwächen und damit Anfällen vorzubeugen. Dazu kommen Kortisonpräparate zum Einsatz. Bei akuten Beschwerden hilft ein schnell wirkendes Medikament auf der Basis eines Beta-2-Sympathomimetikums, das ebenso wie das Kortison inhaliert wird.

Zum Behandlungserfolg können die Betroffenen laut Bundesverband der Pneumologen (BdP) selbst entscheidend beitragen. So sollten Asthma-Auslöser möglichst gemieden werden. Das kann auch bedeuten, sich von einem Haustier zu trennen. Auf keinen Fall sollten Asthmatiker rauchen. Atem- und Entspannungstechniken zu beherrschen, kann vorbeugend und bei akuten Anfällen helfen.

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Fischer, Peter J. (2011): Asthma bronchiale. II. Therapie. In: Pädiatrische Allergologie. H. 3, S. 31-32. Online: https://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Elternratgeber/ER_2011_3-11.pdf; Fischer, Peter J. (2004): Asthma bronchiale. III. Atemtherapie, Sport und Prognose. In: Pädiatrische Allergologie. H. 2, S. 45. Online: https://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Elternratgeber/er2_04_neu.pdf; Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2014): Asthma. Online: https://www.gesundheitsinformation.de/asthma.2591.de.html; Ukena, Dieter/Fishman, Liat/Niebling, Wilhelm-Bernhard (2008): Asthma bronchiale – Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter. In: Deutsches Ärzteblatt. 105. Jg., H. 21, S. 385-394. Online: http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=60311; Universität Witten/Herdecke (o.J.): Patientenleitlinie Asthma. Online: http://www.patientenleitlinien.de/Asthma/asthma.html; abgerufen im Mai 2015