Wenn das Schlucken nicht richtig funktioniert

Menschen mit Alzheimer-Demenz entwickeln im Verlauf der Erkrankung häufig Schluckstörungen. Stilles Wasser kann dann die Medikamenteneinnahme erleichtern. (Foto: Fotolia / damato)
Menschen mit Alzheimer-Demenz entwickeln im Verlauf der Erkrankung häufig Schluckstörungen. Stilles Wasser kann dann die Medikamenteneinnahme erleichtern. (Foto: Fotolia / damato)

Schluckstörungen haben meist schwerwiegende Grunderkrankungen als Ursache.

(dbp/abz) Für gesunde Menschen ist Essen und Trinken das Normalste der Welt. Sie nehmen Nahrungsmittel in den Mund, zerkauen sie und schlucken sie anschließend herunter. Es gibt  jedoch Menschen für die das eine große Herausforderung darstellt und mit Schmerzen und großen Qualen verbunden ist. Diese Menschen leiden unter Schluckstörungen, der Fachbegriff lautet Dysphalgie.

Schlucken ist ein komplexer Vorgang

So einfach Schlucken sich für gewöhnlich anfühlt, so komplex ist der Vorgang, wenn man ihn genauer betrachtet und dann wird klar, dass Störungen in diesem Vorgang zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen.

Zunächst erfolgt die Nahrungsaufnahme im Mund, die Nahrung wird zerkleinert und mit Speichel aufgeweicht. Danach formt die Zunge aus dem Nahrungsbrei eine kleine Portion und schiebt diese zum Rachen bis zu dem Punkt, wo der Schluckreflex einsetzt. Nun verschließen Kehlkopf und Gaumensegel die Atemwege und mithilfe der Schwerkraft und der Muskeltätigkeit der Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen.

Wenn nun Lippen oder Kiefer nicht richtig schließen oder die Zungenbewegungen eingeschränkt sind, kann Nahrungsbrei oder Speichel aus dem Mund laufen oder es verbleiben Nahrungsreste im Mund weil die Zunge sie nicht zum Rachen schieben kann. Wenn Kehlkopf oder Gaumensegel nicht richtig schließen, kommt es zu Verschlucken, Husten und Ausspucken der Nahrung und wenn eine Störung im unteren Speiseröhrenschließmuskel vorliegt oder die Speiseröhre verkrampft, hat man des Gefühl, die Nahrung bliebe im Hals stecken und es kommt zu Aufstoßen bis hin zum Erbrechen.

Meist leiden ältere Menschen darunter

Die Ursachen für Funktionsstörungen beim Schlucken sind vielfältig. So kann eine Entzündung, zum Beispiel der Mandeln oder des Rachens vorliegen. Zudem können auch Fehlbildungen, Narben oder Tumoren die Probleme verursachen. Die häufigste Ursache ist allerdings eine neurologische Einschränkung, die zum Beispiel durch einen Schlaganfall ausgelöst werden kann. Fast die Hälfte der über 75-Jährigen ist von Schluckbeschwerden betroffen. Wenn ältere Menschen an einer Dysphalgie leiden, wird die Erkrankung als Presbyphagie bezeichnet.

Weitere neurologische Erkrankungen, die zu Dysphalgie führen können, sind Morbus Parkinson, multiple Sklerose, ALS oder auch schwere Schädel-Hirn-Traumata. Auch eine Infektionskrankheit wie die seltene Tollwut oder Tetanus kann zu neurologischen Problemen führen, die wiederum Schluckstörungen auslösen. In manchen Fällen hat die Dysphalgie psychische Ursachen, wenn Betroffene Luft schlucken oder das Gefühl verspüren, ihnen säße ein Kloß im Hals.

Mit der Grunderkrankung gehen auch die Schluckbeschwerden

Ebenso wie die Ursachen der Schluckstörung vielfältig sind, ist die Therapie derselben auch sehr unterschiedlich. In der Regel wird die Grunderkrankung, die zu Schluckbeschwerden führt, behandelt. Ist der Betroffene durch dauerhafte, neurologische Ursachen in seinem Schluckvermögen behindert, kann eine Schlucktherapie helfen, zum Beispiel den gestörten Schluckreflex wiederherzustellen oder motorische Übungen verbessern die eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge, so dass der Schluckprozess wieder verbessert wird. Eine Schlucktherapie erfolgt meist fachübergreifend zusammen mit Ärzten, Sprachtherapeuten (Logopäden), Ernährungstherapeuten und Fachpflegepersonal.

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