Weniger Burnout-Diagnosen – mehr Depressionen

Burnout ist ein Zustand der Überforderung, der häufig isoliert in nur einem Bereich des Lebens auftritt, zum Beispiel im Beruf. (Foto: Korta / Fotolia)
Burnout ist ein Zustand der Überforderung, der häufig isoliert in nur einem Bereich des Lebens auftritt, zum Beispiel im Beruf. (Foto: Korta / Fotolia)

Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme haben sich verändert.

(dbp/fru) Laut der DAK-Sonderanalyse zu psychischen Erkrankungen entfielen 2015 auf 100 DAK-Versicherte 4,3 Fehltage wegen Burnout. 2011 waren es noch 10,2 Tage. In den Jahren davor gab es einen drastischen Anstieg beim Burnout. Gegensätzlich verhält es sich bei den Krankschreibungen aufgrund von Depressionen. Bei der häufigsten psychischen Erkrankung erhöhte sich die Anzahl der Fehltage zwischen 2011 und 2015 um 41 Prozent  – von 81 Tagen auf 114 Tage bei 100 Versicherten.

Die DAK-Gesundheit sieht als Grund für den allgemeinen Anstieg der psychischen Erkrankungen unter anderem einen offeneren und differenzierteren Umgang von Ärzten und Patienten. „Wir beobachten, dass sich das Bewusstsein, wenn es um Seelenleiden geht, immer mehr erhöht“, erläutert DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Darüber hinaus werden psychische Erkrankungen, die durch chronischen Stress verursacht wurden, heute eher als Anpassungsstörung oder Depression erkannt.“

Burnout von einer Depression unterscheiden

Laut dem Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“ sei Burnout bis heute keine eigenständige medizinische Diagnose bzw. „Krankheit“, sondern vielmehr ein Begriff, der die aktuelle Situation und das Befinden vieler Menschen widerspiegelt, die sich beruflichen und/oder privaten Belastungen psychisch bzw. psychosomatisch nicht mehr gewachsen fühlen. Zwar gehe das Burnout-Syndrom oft mit einer psychischen Krankheit einher, allerdings kann man es nicht mit einer solchen gleichsetzen.

Recht häufig werden die Begriffe Burnout und Depression gleichgesetzt. Zugegebenermaßen ist für den Laien eine genaue Trennung sehr schwierig. Beschwerden einer Depression beziehen sich in erster Linie auf eine niedergedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit sowie Interessens- und Freudeverlust – und zwar bezogen auf alle Bereiche des alltäglichen Lebens. Bei Burnout ist es eher so, dass ein bestimmter Bereich (häufig der Beruf) für Überlastung sorgt. In jedem Fall ist es ratsam, sich bei Überforderung frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen, um z. B. längere Ausfälle im Beruf und womöglich auch im Privatleben zu vermeiden.