Weniger Apotheken in 2016 erwartet

Die Apothekendichte in Deutschland liegt mit 25 Apotheken pro 100.000 Einwohner weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. (Foto: Fotolia / belahoche)
Die Apothekendichte in Deutschland liegt mit 25 Apotheken pro 100.000 Einwohner weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. (Foto: Fotolia / belahoche)

(dbp/fru) Die Apothekenzahl 2015 ist weiter gesunken und auch für 2016 erwartet man, dass dieser Abwärtstrend weitergeht.

Ende des Jahres 2015 war die Zahl der Apotheken in Deutschland auf 20.249 gesunken. Das waren 192 Apotheken weniger als Ende 2014. Damit hält der Abwärtstrend weiter an, hat sich aber abgeschwächt. Den 346 Schließungen standen nur 154 Neueröffnungen gegenüber. Das zeigen die aktuellen Berechnungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf Basis der von den Landesapothekerkammern gemeldeten Apothekenbetriebserlaubnisse.

Vor allem Einzelapotheken werden geschlossen

Den bisherigen Höchststand an Apotheken in Deutschland hatte es im Jahr 2008 gegeben (21.602). Mit 25 Apotheken pro 100.000 Einwohner liegt die Apothekendichte in Deutschland weiterhin unter dem EU-Durchschnitt (31 Apotheken). „Die sinkende Zahl an Apotheken in Deutschland hat nicht eine, sondern viele Ursachen“, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. „Der Wettbewerb zwischen den Apotheken auf lokaler Ebene ist intensiv. Gerade kleinere Apotheken können da in betriebswirtschaftliche Schieflagen geraten.“ Teilweise könnten Schließungen dann durch den Übergang in Filialapotheken aufgefangen werden.

„Auch die Suche nach pharmazeutischem Fachpersonal oder nach einem Nachfolger für den älter werdenden Inhaber ist auf dem Land oft schwierig“, erklärt Schmidt weiter und fügt hinzu, dass vor allem die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene nicht optimal sind. Niedergelassene Apotheker und ihre potentiellen Nachfolger bräuchten Planungssicherheit, um Investitionen in die Zukunft angehen zu können. Daran fehlt es aber, gerade im Hinblick auf eine berechenbare Entwicklung der Vergütung.