Wenig Wissen über Krebsfrüherkennung

Schon das Wort Krebsvorsorge führt in die Irre, "Früherkennung" wäre besser. (Foto: N-Media-Images / Fotolia)
Schon das Wort Krebsvorsorge führt in die Irre, "Früherkennung" wäre besser. (Foto: N-Media-Images / Fotolia)

(dbp/auh) Die meisten Patienten – und auch viele Ärzte – wissen zu wenig über die Chancen und Risiken der Krebsfrüherkennung.

Das ist ein Ergebnis des „Gesundheitsmonitors 2014“, einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Barmer GEK, bei der knapp 1.800 Personen befragt wurden.

Lediglich ein Drittel der Befragten wissen, dass Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung auch Risiken haben können. Dazu zählen beispielsweise falsch-positive oder falsch-negative Befunde. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer fühlt sich vom Arzt unzureichend aufgeklärt.

Laut Studienautorin Dr. Sylvia Sänger vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf scheitere eine ausgewogene Aufklärung der Patienten oft daran, dass selbst die Ärzte den Nutzen einer Krebsfrüherkennung überschätzen. „Um ihrer Schlüsselrolle bei der Entscheidungsfindung der Patienten gerecht zu werden, sollten Ärzte in der Kommunikation über Nutzen und Risiken gesondert geschult werden“, fordert die Gesundheitswissenschaftlerin.

„Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, sich ein unabhängiges, differenziertes Bild von Chancen und Risiken, Nutzen und Schaden der Früherkennung zu machen. So informiert können sie sich dann dafür oder dagegen entscheiden“, erklärt Dr. Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK.