Wechseljahresbeschwerden in den Griff bekommen

Wenn Hitzewallungen die Lebensqualität in einem erheblichen Maße beeinträchtigen, kann eine Hormonersatztherapie (HRT) sinnvoll sein. (Foto: Fotolia / Lydie stock)
Wenn Hitzewallungen die Lebensqualität in einem erheblichen Maße beeinträchtigen, kann eine Hormonersatztherapie (HRT) sinnvoll sein. (Foto: Fotolia / Lydie stock)

Was Frauen gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen und Depressionen tun können.

(dbp/fru) Bei manchen Frauen beginnen die „Wechseljahre“ (medizinisch: Klimakterium) bereits mit 40 Jahren, bei anderen erst Mitte 50. „Der weibliche Körper durchläuft bereits ab dem 40. Lebensjahr einen langwierigen Veränderungsprozess, der schon durch entsprechende Beschwerden begleitet sein kann“, heißt es auf den Seiten der „Frauenärzte im Netz“. Der sich ändernde Hormonspiegel kann zu Hitzewallungen und Herzrasen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Trockenheit und Infektionen der Scheide sowie zu Harnwegsproblemen führen. Dabei leidet etwa ein Drittel der Frauen an starken Wechseljahresbeschwerden, welche die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Ein weiteres Drittel leidet unter mäßigen bzw. leichten Beschwerden und ein Drittel der Frauen haben keine Probleme damit.

Hormonmangel künstlich ausgleichen

Um die letzte Monatsblutung (Menopause) herum treten bei vielen Frauen Hitzewallungen auf. „Meist geht es mit ein wenig Unbehagen los. Danach kommt die Hitzewelle, die Gesicht, Hals und Oberkörper überrollt“, erklären die „Frauenärzte im Netz“. Bei solchen akuten Anfällen sollten Frauen – wenn möglich – kühlere Räume aufsuchen. Generell sollten dünnere Bettdecken und dünnere Nachtwäsche benutzt und das Kleiden nach dem berühmten „Zwiebelschalenprinzip“ bevorzugt werden. Wechselduschen helfen beim Training der Blutgefäße. Begünstigt werden Hitzewallungen und Schweißausbrüche auch durch Kaffee, Alkohol, heißen Getränken und Speisen sowie Stress. Wenn die Hitzewallungen die Lebensqualität in einem erheblichen Maße beeinträchtigen, kann eine Hormonersatztherapie (HRT) sinnvoll sein. Diese kann nachweislich auch bei Schlafstörungen helfen.

Bei einer HRT wird der in den Wechseljahren entstehende Hormonmangel künstlich ausgeglichen. Frauenärzte verweisen darauf, dass eine Hormonersatztherapie nicht das Ziel verfolgt, die bisherige Hormonkonzentration im Körper wiederherzustellen, sondern dass diese gezielt die östrogenmangelbedingten Beschwerden und Krankheiten der Wechseljahre beseitigen oder – wenn frühzeitig damit begonnen wird – sogar verhindern kann.

Phytotherapie und TCM

Auch naturheilkundliche Verfahren kommen zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden infrage. Hier sind vor allem die Phytotherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zu nennen. Bei der Phytotherapie werden rein pflanzliche Östrogene eingenommen, die z. B. aus Sojaprodukten, Hülsenfrüchten oder Rotklee gewonnen werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kann bei Wechseljahresbeschwerden insbesondere in Form von Akupunktur und der Verabreichung chinesischer Heilkräuter zur Anwendung kommen.

Auch Depressionen sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Wenn sich Frauen „nur“ antriebslos fühlen, können Sport und homöopathische Mittel helfen. Bei einer echten Depression sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Mit dem Arzt kann die passende Therapie besprochen werden. Neben Medikamenten ist häufig auch eine begleitende Psychotherapie hilfreich.