Weben und kleben für dichteres Haar

Wenn sich das Haar lichtet, können Zweithaarspezialisten helfen. (Foto: Peterchen / Fotolia)
Wenn sich das Haar lichtet, können Zweithaarspezialisten helfen. (Foto: Peterchen / Fotolia)

Haarteile kaschieren die Lichtung auf dem Kopf

(dbp/nas) Haare lassen sich mit diversen Methoden optisch verdichten, verlängern oder auch „ersetzen“. Nicht nur für Männer ist Haarausfall ein Thema. Frauen können ebenfalls lichteres Haar bekommen oder ihre Haare verlieren. Mögliche Ursachen sind sowohl verschiedene Krankheiten oder Medikamente wie auch Veränderungen im Hormonhaushalt.

Wenn sich in den Wechseljahren das Verhältnis von weiblichen und männlichen Hormonen verschiebt, hat das vielfältige Auswirkungen. Einigen Frauen gehen die Haare in dieser Zeit vermehrt aus. Zudem kann sich das Haar bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung auch bei gesunden Frauen mit normalem Hormonstatus immer mehr lichten. Um kahle Stellen zu kaschieren, dünnes Haar dichter aussehen zu lassen oder eine Glatze zu verbergen, gibt es einige Möglichkeiten.

Haarteile, Perücke oder Transplantation

„Es gibt Frauen, bei denen liegen verschiedene Formen des Haarausfalls gleichzeitig vor“, sagt Petra Dehler vom Bundesverband der Zweithaarspezialisten. Ob ein Haarteil, eine Perücke oder eine andere Lösung in Frage kommt, hängt unter anderem davon ab, was den Ausfall verursacht und wie stark ausgeprägt er ist. Auch das Alter der Kunden spielt eine Rolle: „Für eine 80-jährige Dame ist ein Haarteil vielleicht nicht mehr so gut zu handhaben, so dass ihr mit einer Perücke besser geholfen ist, auch wenn ihr Haarverlust sich in Grenzen hält“, erklärt Petra Dehler.

Liegt ein erblich bedingter (androgenetischer) Haarausfall vor, können Haare transplantiert werden. Das heißt: Haarwurzeln aus dem verbliebenen Haarkranz werden auf den Oberkopf verpflanzt. Dazu muss der Haarausfall aber bereits zum Stillstand gekommen sein.

Haarteile sind geeignet, um noch vorhandenes Haar zu verdichten. „Der Haarersatz kann bei einem geringen Haarverlust aus einem Netz mit Haaren bestehen, durch das die vorhandenen durchgezogen werden oder bei einem stärkeren Haarverlust aus einer transparenten Folie, durch die die Kopfhaut durchschimmern kann“, erläutert Petra Dehler. Nach einigen Wochen muss die Befestigung dann erneuert werden. Manche Haarteile lassen sich auch mit Clipsen an die Haare klammern und leicht handhaben, wenn man erst einmal etwas Übung hat.

Beratung beim Zweithaarspezialisten

Extensions, also Haarverlängerungen, kommen für die Expertin nur dann in Frage, wenn Haare unterhalb der „Hutlinie“ fehlen und verdichtet werden sollen. Perücken bieten meist die einfachste Handhabung und wer eine Glatze verbergen möchte, der kann auch zu Tüchern, Mützen oder vorgefertigten Turbanen greifen.

Bei allen Haarteilen gibt es sowohl Echthaar- wie auch Kunsthaarprodukte und Modelle „von der Stange“ sowie ganz individuelle Einzelanfertigungen. Petra Dehler rät, sich von einem Zweithaarspezialisten seiner Wahl beraten zu lassen. Eine Zuzahlung der Krankenkasse erfolgt, entsprechend der von Kasse festgelegten Pauschale, nach Vorlage eines Rezepts.