Was Venen gut tut

Für gesunde Venen sollte man auch im Büro die Beine und Füße möglichst viel bewegen sowie in regelmäßigen Abständen aufstehen und ein paar Schritte gehen. (Foto: Fotolia / tutye)
Für gesunde Venen sollte man auch im Büro die Beine und Füße möglichst viel bewegen sowie in regelmäßigen Abständen aufstehen und ein paar Schritte gehen. (Foto: Fotolia / tutye)

Aktiv sein fördert die Venengesundheit.

(iwg/mhk/fru) Während Arterien mit hohem Druck sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den anderen Organen und Körperpartien transportieren, haben die Venen die Aufgabe, das verbrauchte, sauerstoffarme Blut entgegen der Schwerkraft von den Fußspitzen zurück zum Herzen zu pumpen. Das sind täglich etwa 7.000 Liter Blut, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA). Wenn diese Gefäße nicht mehr einwandfrei funktionieren und diese Schwerstarbeit ins Stocken gerät, können Venenerkrankungen entstehen, wie Besenreiser, Krampfadern (Varikose), Venenschwäche, Venenentzündung (Thrombophlebitis), schwere Beine bis hin zu tiefen Bein- und Beckenvenenthrombosen.

Bewegung beugt Venenerkrankungen vor

Besteht eine Veranlagung zu Venenerkrankungen, kann vorgebeugt werden. An erster Stelle steht dabei körperliche Bewegung: „Aktiv und mobil sein“, lautet die Empfehlung der DGA. Das bedeutet nicht nur Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, Laufen und Liegen statt Sitzen und Stehen. Es gibt auch spezielle Venengymnastik, die die Durchblutung ankurbelt, den natürlichen Pump-Mechanismus trainiert und die Venen so in ihrer Funktion unterstützt. Genetisch vorbelastete Menschen tun gut daran, solche Übungen zu praktizieren. Zum Beispiel Heben und Senken der Füße im Sitzen, Füße kreisen oder auf den Zehenspitzen wippen: Alles, was die Oberschenkel-, Waden- und Fußmuskulatur beansprucht, ist gut, sagen Venenexperten.

Auch Wechselduschen stärken die Spannkraft der Venen und bringen Beine in Form. Positiv auf die Venengesundheit wirken sich auch Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking oder Tanzen aus. Und beim Schwimmen wirkt der Außendruck des Wassers der Erweiterung der Venen entgegen. Für längere Urlaubsreisen können unter anderem Stütz- oder Kompressionstrümpfe die Venen unterstützen und Schwellungen vorbeugen.

Maßnahmen bei Flugreisen

Gerade bei längeren Flugreisen kommen für gefährdete Patienten zu der eingeschränkten Bewegungsfreiheit zusätzlich der niedrige Luftdruck und die verringerte Luftfeuchtigkeit als weitere Risikofaktoren für eine Thrombose hinzu. „Durch langes Sitzen staut sich das Blut in den Beinen und im schlimmsten Fall kann es zu einer lebensgefährlichen Thrombose kommen“, erklärt die Deutsche Venen Liga in ihrer Broschüre „Venen fit“. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer tiefen Beinvenenthrombose.

Neben bequemer und luftiger Kleidung, empfiehlt sich für Menschen mit erhöhtem Thromboserisiko, die Blutgerinnungsneigung mit Medikamenten zu vermindern. Deren Einsatz und die Dosierung bestimmt der Arzt. Gegebenenfalls genügt eine Spritze mit dem Gerinnungshemmer Heparin unmittelbar vor Reisebeginn, um das Thromboserisiko zu senken. Zudem sollte man während der Reise nur leichte Kost zu sich nehmen. Und im Flugzeug gilt dann: Beim Sitzen die Beine und Füße möglichst viel bewegen sowie in regelmäßigen Abständen aufstehen und den Gang hoch und runter laufen.