Was tut den Venen wirklich gut?

Wechselduschen stärken die Spannkraft der Venen und bringen die Beine in Form. (Foto: Ellen Valentin / Fotolia)
Wechselduschen stärken die Spannkraft der Venen und bringen die Beine in Form. (Foto: Ellen Valentin / Fotolia)

Wandern und Schwimmen macht die Beine schön – Stützstrümpfe helfen wenig

(dbp/mhk) Während Arterien mit hohem Druck sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den anderen Organen und Körperpartien transportieren, haben die Venen die Aufgabe das verbrauchte, sauerstoffarme Blut entgegen der Schwerkraft von den Fußspitzen zurück zum Herzen zu pumpen. Das sind täglich etwa 7.000 Liter Blut. Bei dieser Schwerstarbeit benötigen die Venen Unterstützung.

Wenn diese Gefäße nicht mehr einwandfrei funktionieren, können Venenerkrankungen entstehen, wie Besenreiser, Krampfadern (Varikose), Venenschwäche, Venenentzündung (Thrombophlebitis), schwere Beine bis hin zu tiefen Bein- und Beckenvenenthrombosen.

Bewegung ist die wichtigste Art der Vorbeugung

Besteht eine Veranlagung zu Venenerkrankungen, kann vorgebeugt werden: An erster Stelle steht dabei körperliche Bewegung: „Aktiv und mobil“ lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. (DGA). Das bedeutet nicht nur Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, Laufen und Liegen statt Sitzen und Stehen.

Prof. Dr. med. Sebastian Schellong, Geschäftsführer der DGA und Leiter der Sektion Venenerkrankungen und Lymphologie: „Es gibt zudem spezielle Venengymnastik, die die Durchblutung ankurbelt, den natürlichen Pump-Mechanismus trainiert und die Venen so in ihrer Funktion unterstützt. Genetisch vorbelastete Menschen tun gut daran, solche Übungen zu praktizieren.“ Heben und Senken der Füße im Sitzen, Füße kreisen oder auf den Zehenspitzen wippen: „Alles, was die Oberschenkel-, Waden- und Fußmuskulatur beansprucht, ist gut“, erklärt der Venenexperte. Auch Wechselduschen stärken die Spannkraft der Venen und bringen Beine in Form. Bei vielen Menschen wirken sie unterschiedlich, aber „Venenpräparate mit Rosskastanie gegen Wasseransammlungen haben einen Ödeme verhindernden Effekt“, weiß Schellong.

Schwimmen wirkt der Erweiterung der Venen entgegen

Positiv wirken sich Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking oder Tanzen auf die Venengesundheit aus. „Besonders beim Schwimmen wirkt der Außendruck des Wassers der Erweiterung der Venen entgegen“, empfiehlt Schellong, „grundsätzlich sind alle gleichmäßigen rhythmischen Bewegungsarten gut“. Von Leistungssport dagegen rät der Experte wegen des Verletzungsrisikos ab.

Grundsätzlich ungünstig sind langes Stehen, Bewegungsmangel und Übergewicht. „Zu enge Kleidung oder zu hohe Absätze sind nur relevant, wenn normales Gehen nicht mehr möglich ist. Bei Sauna, warmen Wannen- oder ausgedehnten Sonnenbädern muss man differenzieren: Kalt-warmer Temperaturwechsel in der Sauna, in der Sonne liegen und dann ins kalte Wasser springen ist auch gut für die Venen“, sagt der Mediziner.

Bekannt und beliebt sind immer noch Stütz- oder Kompressionstrümpfe, die zur Vorbeugung von Venenerkrankungen empfohlen werden. Professor Schellong: „Frei im Handel erhältliche Stützstrümpfe haben keinen nennenswerten Behandlungseffekt, bei medizinischen Prophylaxestrümpfen ist ebenfalls nichts bewiesen. Nachweislich profitieren lediglich Patienten nach Tumor-Operationen, nach Thrombosen, bestimmten Formen von Krampfadern und bei einer Rücktransportstörung des Blutes aufgrund von orthopädischer Erkrankung.“

Und die Ernährung? „Gesunde Ernährung und viel trinken ist stets wichtig,“ sagt Schellong, „doch gut ist auch das Vermeiden einer Verstopfung. Denn Pressen kann die Entwicklung von Krampfadern fördern.“

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