Was tun bei Behandlungsfehlern von Ärzten?

Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen stellen in ihren Behandlungsfehlerstatistiken regelmäßig fest, dass es die meisten Beschwerden nach Operationen gibt. (Foto: VILevi / Fotolia)
Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen stellen in ihren Behandlungsfehlerstatistiken regelmäßig fest, dass es die meisten Beschwerden nach Operationen gibt. (Foto: VILevi / Fotolia)

(dbp/fru) Ja, auch Ärzte sind nur Menschen und ja, auch sie machen bei der Erbringung ihrer Leistung Fehler. Und wenn ein Behandlungsfehler nachgewiesen wird, haben Geschädigte Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

In 2016 haben 402 Patienten aus Hessen bei der Techniker Krankenkasse (TK) den Verdacht auf einen Behandlungsfehler gemeldet. Das ist ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (309 Fälle).

Chirurgische Eingriffe am häufigsten betroffen

Die Ursachen für den Anstieg der gemeldeten Behandlungsfehler liegen aus Sicht der TK nicht darin, dass sich die ärztliche Versorgung der Patienten verschlechtert hat. Vielmehr hat die Kasse ihre Versicherten im vergangenen Jahr intensiv über ihre Hilfsangebote zum Thema Behandlungsfehler informiert. „Daher melden uns Patienten vermehrt solche Verdachtsfälle“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen.

Die meisten der gemeldeten Verdachtsfälle betrafen Chirurgen, gefolgt von Zahnmedizinern,  Allgemeinmedizinern und Orthopäden. „Ganz wichtig ist aber auch eine Fehlerkultur in Arztpraxen und Krankenhäusern, die es ermöglicht, über Fehler zu reden. Werden die richtigen Konsequenzen aus Fehlern gezogen, können Patienten besser und sicherer versorgt werden“, sagt Voß.

Für Patienten ist es indes oftmals nur schwer zu erkennen, ob eine Erkrankung schicksalhaft verläuft oder ob Ärzte und Pflegekräfte einen Fehler gemacht haben. Patienten, die jedoch einen Behandlungsfehler vermuten, sollten zunächst den Arzt direkt darauf ansprechen. Die Erfolgschancen seien dabei umso besser, je genauer der Krankheitsverlauf dokumentiert ist. Denn es ist in den meisten Fällen der Versicherte, der die Beweislast tragen muss.

Für Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gilt seit dem 01.01.2002 übrigens eine regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstand, teilt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern mit.