Was passiert bei einem Schlaganfall?

Je nachdem, wo im Gehirn der Schlaganfall auftritt, variieren die Symptome. (Foto: storm / Fotolia)
Je nachdem, wo im Gehirn der Schlaganfall auftritt, variieren die Symptome. (Foto: storm / Fotolia)

Auch der „Infarkt im Gehirn“ ist ein Fall für den Rettungsdienst

(dbp/auh) Schlaganfälle sind häufig. Fast so häufig wie Herzinfarkte. Trotzdem ist das Wissen um den Schlaganfall eher dünn gesät. Was passiert da im Gehirn, dass Menschen nach einem Schlaganfall oft einseitige Körperlähmungen bekommen? Woher kommen die Sprachstörungen? Und – ist eine vollständige Wiederherstellung aller verloren gegangener Funktionen möglich?

Ein Schlaganfall entsteht meist, in etwa 80 Prozent der Fälle, durch eine Mangeldurchblutung (Ischämie), wenn ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft wird. Ursachen für einen Gefäßverschluss können eine Thrombose oder eine Embolie sein. Bei der Thrombose verschließt sich eine Arterie durch einen Blutpfropf (Thrombus), oft in Folge einer bereits längere Zeit bestehenden Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Eine Embolie entsteht durch Blutgerinnsel, die sich zum Beispiel im Herz oder in der Halsschlagader gebildet haben. Lösen sich Teile des Gerinnsels und strömen ins Gehirn, können sie dort zum Gefäßverschluss führen. Etwa zwölf bis 15 Prozent aller Schlaganfälle werden durch eine Hirnblutung ausgelöst, die wiederum vom einem Riss oder einem Aufplatzen eines Blutgefäßes im Gehirn verursacht wird.

Jede Minute zählt – genau wie beim Herzinfarkt

Ganz gleich, wie der Schlaganfall entstanden ist: Die Mangeldurchblutung ist verantwortlich für die Folgeschäden. Denn die empfindlichen Nervenzellen, die hinter dem Verschluss oder der Blutung liegen, sterben ohne Sauerstoff- und Nährstoffversorgung nach kurzer Zeit ab. Und das – nach Angaben des Kompetenznetzes Schlaganfall an der Charité – unwiederbringlich. Deshalb ist es so wichtig, dass bei einem Schlaganfall schnell gehandelt wird – genau wie beim Herzinfarkt: sofort die 112 wählen. Und genau wie beim Herzinfarkt sollte schon am Telefon der Verdacht geäußert werden.

Doch woran erkennt man einen Schlaganfall? Während ein Herzinfarkt sich in der Regel mit starken Schmerzen bemerkbar macht – wenn auch nicht unbedingt immer in der Herzgegend – so kann einen der Schlag auch im Schlaf treffen, ohne dass man davon erwacht. Das passiert tatsächlich in 20 Prozent der Fälle.

Was schlagartig eintrifft, kann ein Schlaganfall sein

Lähmungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen oder Sehprobleme, die völlig aus heiterem Himmel, ganz plötzlich eintreten, können Folgen eines Schlaganfalls ein. Die Störungen müssen keineswegs stark sein, es kann sich um leichte Funktionseinbußen handeln. Wer also morgens erwacht und an sich unerklärliche Ausfälle beobachtet, sollte an einen Schlaganfall denken.

Je nachdem, in welchem Teil des Gehirns der Schlaganfall stattgefunden hat, können sehr verschiedene Symptome auftreten, Störungen der Sensorik (Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen) oder der Motorik (Bewegungskoordination, Sprechen). Nur, wenn der Hirnstamm oder das Rückenmark betroffen sind, kann es zu beidseitigen Lähmungen kommen. In der Regel aber ist die Durchblutungsstörung auf die rechte oder die linke Gehirnhälfte beschränkt.

Die Symptome können sich wieder zurückbilden. Ob es zu dauerhaften Einschränkungen kommt, hängt auch von Ausmaß und Ort des Schlaganfalls ab.