Was man über Hörgeräte wissen sollte

Die Auswahl an Hörsystemen ist groß. Der Hörakustiker weiß, welches Modell für wen geeignet ist. (Foto: Kzenon / Fotolia)
Die Auswahl an Hörsystemen ist groß. Der Hörakustiker weiß, welches Modell für wen geeignet ist. (Foto: Kzenon / Fotolia)

Die wichtigsten Infos zu Haltbarkeit und Hörerlebnis.

(dbp/spo) Wer schlecht sieht, geht zum Optiker, lässt sich eine Brille anpassen und gut. Wer schlecht hört, scheut oft den Gang zum Hörakustiker. Ein Grund: Beim Thema Hörgerät gibt es viele offene Fragen.

Ab wann brauche ich ein Hörgerät?

Das Hörvermögen verabschiedet sich in der Regel schleichend und anfangs unbemerkt. Ab einem bestimmten Punkt sollte man aber handeln: Etwa, wenn wichtige Geräusche wie das Telefon oder die Türklingel überhört werden. Wenn man in Situationen, in denen viele Menschen durcheinander reden, kaum noch etwas versteht. Und wenn es immer anstrengender wird, jemandem im Einzelgespräch zu folgen. Ein Indiz, dass das Hörvermögen nachlässt, ist auch die Lautstärkeskala am Fernseher.

Ein Hörtest beim Akustiker gibt Klarheit darüber, ob ein Hörverlust vorliegt. Der HNO-Arzt kann dann beurteilen, ob ein Hörgerät sinnvoll ist. Übrigens: Wenn beide Ohren von der Schwerhörigkeit betroffen sind, müssen zwei Hörgeräte angepasst werden.

Kann ich dann sofort wieder genauso gut hören wie früher?

Hörgeräte verstärken verloren gegangene Frequenzbereiche. So wird versucht, das ursprüngliche Klangbild annähernd wieder herzustellen – so gut das eben technisch möglich ist. Weil die meisten, die erstmals ein Hörgerät bekommen, aber schon jahrelang mit  eingeschränktem Hörvermögen gelebt haben, ist das anfangs ungewohnt. Die Geräusche erscheinen vielen plötzlich sehr laut.

Mit einem Hörgerät ist es nicht wie mit einer Brille, bei der man nach dem Aufsetzen sofort schärfer sieht. An eine Hörhilfe müssen sich Gehör und Gehirn erst gewöhnen und das Hören damit neu lernen. Der Hörakustiker hilft dabei und stellt die Geräte bei der Anpassung individuell auf die Bedürfnisse ihrer Träger ein.

Welche Hörgeräte gibt es?

Es gibt Geräte, die im Ohr oder hinter dem Ohr liegen, Standardgeräte und Systeme mit speziellem Design und Zusatzfunktionen. Gemeinsam haben alle Systeme, dass sie klein und unauffällig sind. Auch Brillenträger können problemlos Geräte hinter dem Ohr tragen.

Muss ich mein Hörgerät die ganze Zeit tragen?

Das wäre gut. Denn nur, wenn die Hörhilfe regelmäßig und in möglichst allen Alltagssituationen getragen wird, gewöhnen sich die Ohren gut an den neuen Klang. Zum Schlafen sollte man es ablegen. Zum Duschen auch, denn Wasser kann das Gerät beschädigen.

Was kosten Hörgeräte?

Je nach Funktion und Design gibt es große Preisunterschiede. Hightech-Versionen können schon mal 3.000 Euro kosten. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei einer ärztlichen Verordnung einen Festbetrag von gut 700 Euro. Dafür bekommt man ein Basisgerät. Wer mehr will, muss die Differenz aus der eigenen Tasche zahlen.

Wie lange halten sie?

Hörgeräte halten etwa fünf bis sechs Jahre – vorausgesetzt, sie werden gut gepflegt, gereinigt und regelmäßig gewartet. Pflegetipps gibt es beim Hörakustiker, dieser bietet auch Wartungstermine an. Die Batterien im Hörgerät halten, je nach Gerätetyp und Nutzungsdauer, bis zu zwei Wochen.

Was ist, wenn ich mit meinem Gerät nicht zurechtkomme?

Erste Anlaufstelle bei Problemen ist der Hörgeräteakustiker. Wer störende Geräusche oder gar ein Pfeifen hört, sollte sich schnell an einen Spezialisten wenden, bevor das Hörgerät ungenutzt in der Schublade landet.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>