Was gehört zu einer gesunden Ernährung?

Um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun, sollte man sich möglichst abwechslungsreich ernähren. (Foto: Fotolia / azurita)
Um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun, sollte man sich möglichst abwechslungsreich ernähren. (Foto: Fotolia / azurita)

„Schlechte“ Lebensmittel gibt es nicht.

(dbp/ihs/fru) Es gibt keine eindeutigen Aussagen darüber, was eine gesunde Ernährung ausmacht. Denn es kommt auf die individuellen physiologischen Gegebenheiten, den persönlichen Ernährungs-Mix sowie auf die Menge der aufgenommenen Nahrungsmittel an. Beispielsweise gilt Obst als sehr gesund, weil darin je nach Sorte viele Antioxidantien und Vitamine enthalten sind. Wenn man sich jedoch ausschließlich von Obst ernähren würde, könnte man je nach Auswahl aufgrund des darin enthaltenen Fruchtzuckers Probleme mit den Zähnen bekommen. Zudem würden für den Körper essentielle Fette und Eiweiße fehlen.

Besser keine Verbote auferlegen

Stattdessen sollte man sich abwechslungsreich ernähren. Privatdozent Dr. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie in Göttingen erklärt: „Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel“. Ob Nudeln, Reis, Kartoffeln, Rosenkohl, Fleisch, Fisch oder Fenchel, eine gute Mischung sei entscheidend. Bananen enthalten andere Nährstoffe als Äpfel oder Erdbeeren, deshalb sollte nicht immer nur das gleiche Obst auf dem Teller landen. Das gilt auch für andere Lebensmittel.

„Anstatt sich vermeintliche Sünden komplett zu versagen, ist es sinnvoller, sich ein faires Limit zu setzen“, erläutert Dr. Ellrott. Es sei verboten, sich etwas zu verbieten. Denn dann rutscht die Stimmung schnell in den Keller, und wenn das Verbot übertreten wird, können regelrechte Essanfälle die Folge sein. Zu große Mengen eines Lebensmittels können immer problematisch sein, da die Ernährung dann einseitig wird. Deshalb heißt es: Maß halten, dann ist auch das genussvoll verzehrte Stück Schweinefleisch oder der Schokoriegel erlaubt.

Die zehn Regeln der DGE

Eine weitere Grundregel gesunder Ernährung ist, möglichst natürliche Lebensmittel zu verwenden. Je stärker verarbeitet Lebensmittel gekauft werden – zum Beispiel als Fertigprodukt – desto weniger Nährstoffe und mehr Fett enthalten sie in der Regel. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt Tipps, wie sich Verbraucher ausgewogen und genussvoll im Alltag ernähren können. Neben ernährungsphysiologischen Kriterien berücksichtigen sie auch präventive sowie nachhaltige Aspekte. Aber auch hier gilt: Die Regeln sollen nicht als starre Ge- oder Verbote zu verstehen sein, sondern durchaus Platz für individuellen Spielraum lassen. Die aktuellen zehn Regeln lauten:

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

„Wir sollten wieder unserem Grundgefühl vertrauen, mehr auf den eigenen Körper hören und lernen zu reflektieren, was uns schmeckt und uns wirklich gut tut“, sagt auch Dr. Margareta Büning-Fesel auf den Internetseiten des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). Die Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hält Ernährungsempfehlungen lediglich für einen Orientierungsrahmen und spricht sich dafür aus, jedem Einzelnen wieder mehr Eigenverantwortung für die Entscheidung zu überlassen, was gut für ihn ist.