Was darf’s denn sein?

Komposit- und Keramikfüllungen haben den Vorteil, dass sie individuell an die Zahnfarbe angepasst werden können. (Foto: proDente e.V. / Johann Peter Kierzkowski)
Komposit- und Keramikfüllungen haben den Vorteil, dass sie individuell an die Zahnfarbe angepasst werden können. (Foto: proDente e.V. / Johann Peter Kierzkowski)

Die Füllstoffe bei Zahnfüllungen richten sich nach den individuellen Bedürfnissen.

(dbp/fru) Jeder Gebissabdruck ist einzigartig. Und jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse – so auch bei Zahnfüllungen. Heute hat man die Qual der Wahl. Es können z. B. Amalgam, Kunststoff, Keramik und Gold verarbeitet werden, wenn es darum geht, Löcher in den Zähnen zu verschließen. Keines der Materialien ist allerdings grundsätzlich und pauschal erste Wahl: Eine Abwägung von Nutzen und Risiken muss in jedem Fall individuell erfolgen. Dabei spielen nicht nur der eigene Geschmack und das zur Verfügung stehende Budget eine Rolle, sondern auch eventuell vorliegende Allergien oder andere Grunderkrankungen.

Es stehen viele Materialien zur Verfügung

Die preisgünstigste Alternative ist Amlagam. Das Material besteht aus Quecksilber, Zinn-, Kupfer-, Silber- und Zinkpulver. Dieses Metallgemisch wird in das Loch eingebracht und härtet dort aus. Es lässt sich gut verarbeiten, benötigt für eine optimale Stabilität aber eine gewisse Füllhöhe. Das kann dazu führen, dass ein Loch größer gebohrt werden muss, als es tatsächlich vom Zahndefekt her sein müsste. Bei schwangeren und stillenden Frauen sowie Kindern unter sechs Jahren wird von Amalgamfüllungen abgeraten. Auch schwer nierenkranke Menschen sollten sich nach Möglichkeit für eine andere Alternative entscheiden.

Kunststoff beziehungsweise Komposit ist wesentlich aufwendiger in der Verarbeitung. Zunächst kommt ein Klebstoff in das Loch, dann wird das Gemisch aus Kunststoff, Glas-, Quarz- und Keramikpartikeln schichtweise aufgetragen, wobei jede Schicht mit einem speziellen Licht ausgehärtet werden muss. Der Vorteil von Kompositfüllungen ist, dass sie individuell an die Zahnfarbe angepasst werden können und dadurch nicht auf den ersten Blick als Füllungen erkennbar sind.

Auch Keramik sorgt dafür, dass man die Füllung kaum von den echten Zähnen unterscheiden kann. Hier muss jedoch zunächst ein individuelles Gipsmodell angefertigt werden, welches mit einer Masse aus Keramikpulver gefüllt wird. Das Modell wird dann in den Zahn eingepasst und dort wie eine Kunststofffüllung verklebt. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, die Keramikfüllung computergesteuert in der Zahnarztpraxis zu fräsen und direkt einsetzen zu lassen. Das spart Zeit.

Wer auf eine lange Haltbarkeit setzt, dem ist sicherlich Gold zu empfehlen, wobei diese Alternative auch die teuerste ist. Wie bei Keramikfüllungen wird auch hier mit einem Gipsmodell gearbeitet und die daraus gefertigte Goldfüllung dann mit einem Kleber oder Zement im Zahn befestigt. Ähnlich dem Amalgam braucht Gold aber auch eventuell eine stärkere Ausbohrung, um entsprechend zu halten.

Zuzahlung lässt sich kaum vermeiden

Wer überhaupt  keine eigene Zuzahlung leisten möchte oder kann, dem bleibt als Füllmaterial nur Amalgam übrig. Auch das matt-helle Glasionomerzement kommt laut Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung infrage, wenn es nur um provisorische Füllungen für Front- und Seitenzähne geht. Manche Zahnärzte bieten aber auch zuzahlungsfreie Kunststoffalternativen. Hier lohnt es sich also beim Zahnarzt vor der Behandlung nachzufragen. Bei allen anderen Materialien muss der Patient in der Regel den Differenzbetrag zwischen der Amalgamfüllung und der anderweitig ausgewählten Versorgung aus eigener Tasche zahlen.

In jedem Fall ist es wichtig, die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt wahrzunehmen – auch in Bezug auf das Bonusheft. Und je früher Karies oder andere Erkrankungen entdeckt werden, desto höher ist die Chance, dass der ursprüngliche Zustand des Gebisses erhalten oder wiederhergestellt werden kann.

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Quellenangaben:
Informationen des Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung unter http://www.kzbv.de/entscheidungshilfe-welche-zahnfuellung-soll-es.191.de.html; von Professor Dr. Stefan Zimmer, Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen, Uni Witten-Herdecke, Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (www.dgzmk.de, aufgerufen im Oktober 2016)

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