Warum Frieren Kopfschmerzen auslösen kann

Stress und psychosoziale Belastungen gelten als Verstärker für Spannungskopfschmerzen. Entspannung ist deshalb ein gutes Vorbeugeinstrument. (Foto: MeddyPopcorn / Fotolia)
Stress und psychosoziale Belastungen gelten als Verstärker für Spannungskopfschmerzen. Entspannung ist deshalb ein gutes Vorbeugeinstrument. (Foto: MeddyPopcorn / Fotolia)

(dbp/fru) Manche Menschen sind im Herbst und Winter vermehrt von sogenannten Spannungskopfschmerzen betroffen.

„Gerade in der Übergangsjahreszeit gelingt es Menschen nicht immer, sich mit Kleidungsstücken passend auf die aktuellen Außentemperaturen einzustellen. Bereits kurzzeitiges Kälteempfinden und Frieren kann dann dazu führen, dass betroffene Personen die Schultern hochziehen und sich ihre Muskeln in diesem Bereich verspannen. Mit der Zeit dehnen sich die Verspannungen dann über den Nacken und den Kopf aus und können zu Kopfschmerzen führen“, erläutert Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. Auch kalter Wind am Kopf könne Spannungskopfschmerzen verursachen, weil sich die dünne Muskulatur unter der Kopfhaut krampfartig zusammenzieht, berichtet der Experte.

Schätzungsweise 30 Millionen Menschen betroffen

Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 30 Millionen Menschen zumindest phasenweise in ihrem Leben an Spannungskopfschmerzen. Davon sind ungefähr 2% von der chronischen Form betroffen. Dr. Tim Jürgens vom Institut für systemische Neurowissenschaften und Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik Universitätsklinikum Hamburg (UKE) beschreibt diese Art von Kopfschmerz auf den Seiten der Deutschen Migräne-und Kopfschmerzgesellschaft folgendermaßen: „Der Spannungskopfschmerz zeichnet sich typischerweise durch beidseitige drückende Kopfschmerzen aus. Sie fühlen sich oft so an, als habe man einen zu engen Hut auf oder als sei der Kopf in eine Schraubzwinge gespannt. Die Schmerzen sind meist leicht bis mittelstark und verstärken sich nicht durch körperliche Aktivitäten wie Treppensteigen. Allenfalls eine leichte Licht- oder Lärmüberempfindlichkeit kann auftreten, niemals beides zusammen (wie oft bei der Migräne), ebenso sind Übelkeit oder Erbrechen untypisch.“

Selbstbehandlung nur bei gelegentlichen Beschwerden

Wenn es immer mal wieder nur zu vorübergehenden Spannungskopfschmerzen kommt (sogenannter episodischer Spannungskopfschmerz), ist eine kontrollierte Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmedikamenten aus Expertensicht vertretbar. „Bei akuten Beschwerden helfen Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol. Die Arzneimittel sollten jedoch seltener als 10 Mal im Monat eingenommen werden. Denn werden Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen, können sich die Kopfschmerzen verschlimmern oder chronisch werden und es kann eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen auftreten“, warnt Dr. Bergmann vom BVDN. Auch Pfefferminzöl oder Tigerbalsam, die auf die Schläfen gestrichen werden, können bei akuten Spannungskopfschmerzen Linderung bringen, ebenso wie die Anwendung von Entspannungsverfahren. Wenn es öfter im Monat über eine längere Dauer zu Kopfschmerzen kommt, sollten die Beschwerden unbedingt professionell abgeklärt werden und es sollte eine ärztlich begleitete Therapie erfolgen.

Warmhalten, entspannen und bewegen

Um Spannungskopfschmerzen vorzubeugen, sollten empfindliche Personen in den kalten Jahreszeiten möglichst keine Kälte an sich heran lassen. Dick einpacken ist dann das A und O. Dr. Bergmann weist auch darauf hin, dass zudem Arbeiten in schlecht belüfteten Räumen, eine ständige Körperfehlhaltung oder auch Stress und psychosoziale Belastungen als Schmerzverstärker gelten. Daher könne regelmäßige körperliche Bewegung helfen, innere Spannungszustände abzubauen und gleichzeitig die Muskulatur zu durchbluten, zur kräftigen und zu entspannen.

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