Warme Wickel, heiße Tees und kalte Waschungen

Bei Fieber und Erkältung können Hausmittel Linderung verschaffen. (Foto: berc / Fotolia)
Bei Fieber und Erkältung können Hausmittel Linderung verschaffen. (Foto: berc / Fotolia)

Kleine Beschwerden ohne Medikamente lindern

(dbp/auh) Wadenwickel, Kräutertees und Kneippsche Waschungen – viele alte und bewährte Hausmittel geraten in Vergessenheit. Eigentlich schade, denn bei leichten Beschwerden wie Erkältungen oder Übelkeit können sie rasch und nebenwirkungsarm helfen.

Bei leichten Erkrankungen wie Bauch- und Halsschmerzen können warme oder kalte Wickel zur Linderung der Symptome beitragen. Auch zur Fiebersenkung sind feuchte Wadenwickel in einigen Fällen gut geeignet. Manche schwören auf bestimmte Zusätze, zum Beispiel Essig oder Quark bei kalten sowie gekochte, zerdrückte Kartoffeln bei warmen Halswickeln.

Doch man kann auch mit scheinbar harmlosen Mitteln unerwünschte Wirkungen erzielen. Deshalb sollten einige Hinweise beachtet werden:

Nicht jedes Fieber darf bekämpft werden

Fiebersenkende Mittel (ganz gleich ob Medikamente oder Wadenwickel) sind nur bei lang anhaltendem, hohen Fieber ratsam. Der Berufsverband Deutscher Internisten weist auf seiner Internetseite www.internisten-im.netz.de darauf hin, dass leichtes Fieber bis 39 Grad nicht gesenkt werden sollte, denn die erhöhte Körpertemperatur hilft bei der Bekämpfung der Krankheitserreger. Über 40 Grad müsse ein Arzt eingeschaltet werden. „Bei Temperaturen zwischen 39 und 40 Grad können Sie das Fieber mit Wadenwickeln oder mit Paracetamol senken“, so der Internistenverband.

Feuchte Wickel und Umschläge sollten niemals mit Folie abgedeckt werden, stattdessen wird um das feuchte Tuch ein trockenes gelegt darüber kommt ein Wolltuch. Weitere wichtige Grundregeln: Feuchte Wickel müssen fest am Körper anliegen, damit keine Verdunstungskälte entsteht. Kalte Wickel nur auf warme Haut legen. Wenn der Patient friert oder sogar Schüttelfrost hat, sind kalte Wickel tabu. Bei akuten Entzündungen wiederum dürfen keine warmen Wickel angewendet werden.

Wohltuend: Kamille und Fenchel

Kräutertees sind weniger kompliziert in der Anwendung und können, zum Beispiel zu Beginn einer Erkältung, gute Dienste leisten. Die Apothekerkammer Niedersachsen empfiehlt bei Frösteln oder Schnupfen eine Schwitzkur mit Linden- oder Holunderblütentee. Malventee hilft gegen Hustenreiz, Thymiantee sorgt für einen produktiven Husten. Eine klassische Kombination gegen leichte Verdauungsbeschwerden ist Fenchel-Anis-Kümmel. Lavendeltee macht starken Blähungen ein Ende. Ein empfindlicher Magen freut sich über Kamillen- oder Schafgarbentee.

Wasser heilt und härtet ab

Zu den Hausmitteln, die auch vorbeugend eingesetzt werden können, zählen die Kneippschen Wasseranwendungen. Sie sollen das Immunsystem stimulieren („abhärten“), die Hormonproduktion anregen und den Kreislauf regulieren. Für eine Oberkörperwaschung braucht man ein Waschtuch oder einen Waschhandschuh aus Leinen und ein Gefäß mit kaltem Wasser (für Anfänger: Zimmertemperatur, später so kalt wie möglich). Am besten macht man die Oberkörperwaschung am frühen Morgen.

Joachim Bohmhammel, Leiter der Physikalischen Therapie im „Sebastianeum“ in Bad Wörishofen erklärt, wie die Anwendung funktioniert: Mit dem angefeuchteten Waschtuch zuerst den rechten Arm außen, vom kleinen Finger beginnend hoch bis zur Schulter und dann die Innenseite abwärts bis zum Daumen waschen. Danach folgt nach dem gleichen Prinzip der linke Arm. Abschließend werden Brust, Bauch und der Rücken in Längsstrichen gewaschen. Danach nicht abtrocknen, sondern Schlafanzug anziehen und für 30 bis 60 Minuten wieder zurück ins warme Bett.