Vorstoß in die dritte Dimension

Die digitale Volumentomographie (DVT) erleichtert dem Zahnarzt die Planung von Operationen und das Setzen von Zahnimplantaten. (Foto: filipobr / Fotolia)
Die digitale Volumentomographie (DVT) erleichtert dem Zahnarzt die Planung von Operationen und das Setzen von Zahnimplantaten. (Foto: filipobr / Fotolia)

Diagnostik mit der digitalen Volumentomographie in der Zahnmedizin.

(dbp/wgt) Seit ihrer Einführung Ende der 1990er Jahre hat sich die digitale Volumentomographie (DVT) als unverzichtbares Hilfsmittel in vielen Zahnarztpraxen sowie bei Mund- und Kieferchirurgen etabliert. Die moderne Röntgentechnik bietet entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren. Während normale Panoramaschichtaufnahmen lediglich zweidimensionale Bilder liefern, erlaubt die DVT ähnlich wie die Computertomographie (CT) einen dreidimensionalen Blick auf Kiefer und Zähne. Die räumliche Darstellung bietet dem behandelnden Arzt gerade bei  der Diagnose schwieriger Fälle mehr Sicherheit. Und für den Patienten ist die DVT schonender als eine CT-Untersuchung, da die Strahlenbelastung deutlich geringer ausfällt.

Höhere Präzision beim Einpassen von Implantaten                                                                 

Zum Einsatz kommt die Diagnostik mit DVT derzeit hauptsächlich, wenn Implantate in den Kieferknochen eingesetzt werden sollen, erläutert Dr. Dennis Rottke, Zahnarzt und Vorstandsmitglied des Vereins für Bildgebende Diagnostik in der Zahnmedizin (BDZ). Die dreidimensionalen Röntgenbilder ermöglichen schon im Vorfeld eine genaue Planung des Eingriffs. Der Kieferchirurg kann den Zugang für die Befestigung des Implantats schonend wählen und das Risiko, Nerven oder die Kiefer- oder Nasennebenhöhle zu verletzten, sinkt deutlich. Damit lassen sich die Implantate präzise einpassen und die Belastungen für den Patienten mindern. „Aus zahnmedizinischer Sicht kann gesagt werden, dass die Planung von Implantaten und die anschließende Versorgung durch den Einsatz der DVT – gerade bei größeren Arbeiten – erleichtert wird“, so Rottke.

Doch nicht nur bei der Implantologie kommen die Vorteile der DVT zum Zuge. Im Praxisalltag bietet die DVT dem Zahnarzt wertvolle Informationen, um tief im Kiefer liegende Weisheitszähne oder verlagerte Zähne, die an der falschen Stelle oder in die falsche Richtung durchbrechen, genauer beurteilen zu können. So kann er leichter entscheiden, ob ein Zahn möglicherweise die Nachbarzähne gefährdet und entfernt werden muss. Gleichzeitig lässt sich das Risiko, bei der Entfernung von Weisheitszähnen einen Nerv zu verletzen minimieren.

Exakte Diagnose bei Kiefergelenksbeschwerden

Nicht zuletzt bietet die dreidimensionale Darstellung mehr Behandlungssicherheit in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und genauere Ergebnisse bei der Diagnostik von Kiefergelenksbeschwerden. Der Zahnarzt kann so exakter erkennen, ob es bereits zu dauerhaften Veränderungen des Kiefergelenks gekommen ist und die weitere funktionelle Behandlung darauf abstimmen.

Möglich wurde die DVT dank leistungsfähiger Computer. Aus den Daten von 200 bis 600 Einzelaufnahmen, die von einer rotierenden Röntgeneinheit innerhalb weniger Sekunden erstellt werden, setzt der Rechner ein dreidimensionales Bild zusammen. Die digitalen Daten kann der Arzt für seinen Untersuchungszweck individuell weiterverarbeiten. Im Unterschied zur CT, die mit einem fächerförmigen Röntgenstrahl arbeitet, kommt bei der DVT-Untersuchung ein kegelförmiges Strahlenbündel zur Anwendung. Dadurch verringert sich die Strahlenbelastung gegenüber der CT auf etwa ein Viertel.

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