Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Im Rahmen der allgemeinen Schwangerschaftsvorsorge sind drei Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen. (Foto: Fotolia / serhiibobyk)
Im Rahmen der allgemeinen Schwangerschaftsvorsorge sind drei Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen. (Foto: Fotolia / serhiibobyk)

Sicherheit für Mutter und Kind.

(iwg/spo/fru) Die Schwangerschaft ist für viele werdende Mütter und Väter eine aufregende Zeit. Damit es Mutter und Kind währenddessen gut geht, gibt es für Schwangere Vorsorgeuntersuchungen, die auf jeden Fall in Anspruch genommen werden sollten. Zu Beginn der Schwangerschaft besteht der gesetzliche Anspruch einmal im Monat, ab der 32. Woche zweiwöchentlich. Für die Kosten kommen die Krankenkassen auf – bei Bezug von Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz, übernimmt das Sozialamt die Kosten. Der Arbeitgeber muss berufstätige Schwangere übrigens immer dafür freistellen, und zwar, ohne dass ein Verdienstausfall entsteht.

Alle Befunde werden im Mutterpass dokumentiert

„Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird der Mutterpass ausgestellt. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft werden dort die Ergebnisse sämtlicher Untersuchungen und notwendiger Behandlungen eingetragen“, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit. Welche Untersuchungen der Schwangeren zustehen, regeln die sogenannten Mutterschaftsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen. So sind bei jedem Vorsorgetermin folgende Untersuchungen vorgesehen: Blutdruckmessen, Gewichtskontrolle, ein Urintest auf Zucker und Eiweißgehalt, um einen Schwangerschaftsdiabetes oder Nierenprobleme auszuschließen, ein Bluttest zur Erkennung von Eisenmangel sowie eine Tastuntersuchung, die über die Lage des Kindes und den Stand der Gebärmutter Aufschluss gibt. Ebenso werden die kindlichen Herztöne abgehört.

Des Weiteren stehen drei Mal in der Schwangerschaft Ultraschalluntersuchungen an, um die Entwicklung des Kindes zu kontrollieren und etwaige Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. In der Regel finden diese im dritten, sechsten und achten Schwangerschaftsmonat statt. „Falls bestimmte Risiken bestehen oder Komplikationen auftreten, können häufigere Ultraschall-Untersuchungen sinnvoll sein und werden dann auch von der Krankenkasse übernommen“, erklärt die BZgA.

Viele Untersuchungen können auch Hebammen erbringen

Zu den weiteren nichtregelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gehören Blut- oder Abstrichtests auf Chlamydien (sexuell übertragbare Kleinstbakterien), Hepatits B und Lues (Syphilis). Auch ein HIV-Test kann auf Wunsch kostenlos durchgeführt werden. Die meisten Vorsorgeuntersuchungen kann übrigens sowohl der Frauenarzt als auch die Hebamme durchführen – alle mit Ausnahme des Ultraschalls, der den gynäkologischen Praxen vorbehalten ist. In jede Vorsorgeuntersuchung eingeschlossen ist laut Mutterschaftsrichtlinien zudem die Beratung über die richtige Ernährung und die Klärung von sonstigen Fragen der Schwangeren.

Für alles, was darüber hinausgeht, wie beispielsweise 3-D-Bilder aus dem Babybauch, Fruchtwasseruntersuchungen, Akupunktur, einem Streptokokken-Test oder Toxoplasmose-Test müssen die werdenden Eltern in der Regel selbst bezahlen. Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) überprüft solche individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und bewertet den medizinischen Nutzen für die oben genannten Untersuchungen als „unklar“ bzw. „ohne Bewertung“. Letztendlich entscheidet am Ende immer die Schwangere selbst, welche Untersuchungen sie in Anspruch nehmen möchte.