Vorausschauender Mix

Kleiner Piks, große Wirkung. Die Grippeimpfung senkt das Risiko, an der Influenza zu erkranken. (Foto: Fotolia / tibanna79)
Kleiner Piks, große Wirkung. Die Grippeimpfung senkt das Risiko, an der Influenza zu erkranken. (Foto: Fotolia / tibanna79)

Wie sich der Impfstoff für die nächste Grippesaison zusammensetzt.

(dbp/spo/fru) Grippe-Patienten spüren nach einem bis drei Tagen Inkubationszeit die typischen Krankheitssymptome wie hohes Fieber, trockenen Reizhusten, Muskel- und Kopfschmerzen oder Halsweh. Übertragen werden Grippeviren mittels Tröpfcheninfektion. Die funktioniert genau wie der Name es sagt: Durch feine Tropfen, die sich beim Husten, Niesen oder Sprechen durch die Luft auf fremde Schleimhäute niederlassen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin können Viren auch über den direkten Kontakt der Hände weitergegeben werden – etwa, wenn sich der Betroffene kurz danach ins Gesicht fasst.

Sehr wandlungsfähige Viren

Deshalb gilt in vielen Praxen und Krankenhäusern die sogenannte „no hands-policy“ (Englisch für „keine Hände“).  Also wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen der Arzt zur Begrüßung oder Verabschiedung den Handschlag verweigert. Das ist nicht unhöflich, sondern umsichtig. Denn Viren können über einen Händedruck weitergegeben werden. Und das kann besonders bei immungeschwächten Patienten gravierende Infektionen nach sich ziehen.

Von der bloßen Erkältung ist eine Grippe anhand der Symptome oft kaum zu unterscheiden. Dennoch gibt es Anhaltspunkte. So taucht die Grippe plötzlich auf, während sich der Schnupfen eher langsam entwickelt. Die Betroffenen haben oft bis zu 40 Grad Fieber und Muskelschmerzen, fühlen sich stark abgeschlagen und haben keinen Appetit. Verantwortlich für die Atemwegsinfektion sind Influenza-Viren, die eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit besitzen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät deshalb auch grundsätzlich, dass alle Personen, für die eine Influenzaimpfung empfohlen wird, sich jedes Jahr im Herbst neu impfen lassen sollten.

WHO empfiehlt Impfstoffzusammensetzung

Bereits im Februar werden für die Nord­halb­kugel von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anhand der zirkulierenden Influenza-Viren Empfehlungen für die nächste „Grippe-Saison“ abgegeben. Das geschieht deshalb zu einem so frühen Zeitpunkt, damit die Hersteller genug Zeit haben, ausreichend Impf­stoff bis zum Beginn der Impf­saison im Herbst zu produzieren. Die Zusammensetzung der Influenza-Impfstoffe für die Saison 2017/2018 stand also bereits im Februar 2017 fest. Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) gibt sie alljährlich bekannt.

„Die Schutzwirkung des Impfstoffs kann sich allerdings auch noch im Laufe einer Grippe­Saison verändern, wenn sich zirkulierende Viren oder die Anteile der einzelnen Virus(sub)typen im Verlauf der Saison ändern“, gibt das RKI zu bedenken. Influenza-Viren mutieren nämlich immer wieder in neue Formen, die sie dann gegen bestehende Impfstoffe resistent machen. Es ist also möglich, dass sich in der Zwischenzeit andere Influenza­Varianten durchgesetzt haben und einer oder mehrere der empfohlenen Impfstämme nicht mehr oder nicht mehr so gut passen. Dann ist die Schutzwirkung der Impfung heruntergesetzt. Aber auch Grunderkrankungen, die mit einer Schwächung des Immunsystems  einhergehen,  sowie  die  Einnahme  bestimmter  Medikamente,  die  das  Immunsystem  unterdrücken,  können  die Schutzwirkung der Impfung vermindern.

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