Vorausschauend vorsorgen beim Augenarzt

Augenärzte empfehlen ihren über 40-jährigen Patienten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)
Augenärzte empfehlen ihren über 40-jährigen Patienten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)

Welche Früherkennungs-Untersuchungen sind für welche Patienten sinnvoll?

(dbp/wgt) Viele augenärztliche Untersuchungen gehören als reine Vorsorge, also ohne konkreten Verdacht auf eine Erkrankung, nicht zum Angebot der gesetzlichen Krankenkassen. Wer diese Leistungen trotzdem wahrnehmen möchte, muss sie aus der eigenen Tasche bezahlen.

Die private Investition in die Vorsorge kann sich jedoch besonders für Menschen ab dem 40. Lebensjahr als durchaus sinnvoll erweisen. Denn das Risiko, etwa an einem Glaukom oder einer Makuladegeneration zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Frühzeitig erkannt, lässt sich die Gefahr einer schweren Sehbeeinträchtigung oder Erblindung bannen.

Glaukom-Früherkennung

Zur Früherkennung einer Glaukom-Erkrankung bieten viele Augenärzte ihren Patienten als Basispaket eine Kombination aus Augeninnendruckmessung (Tonometrie) und einer Untersuchung der Sehnerven (Funduskopie) an. Denn eine Innendruckmessung allein bietet noch keine ausreichende Sicherheit, da ein Glaukom auch bei einem normalen Augeninnendruck vorliegen kann. Das ist auch ein Grund, warum die Kassen nicht dafür aufkommen.

Die Glaukom-Vorsorge kann um eine Bestimmung der Hornhautdicke (Pachymetrie) und um eine genaue Analyse des Sehnervenkopfes ergänzt werden. Mittels Messung der Hornhautdicke lässt sich der Augeninnendruck exakter bestimmen. Denn eine relativ dünne Hornhaut, die gut verformbar ist, kann die Ergebnisse der Augendruckmessung verfälschen. Die Analyse des Sehnervenkopfes erfolgt in der Regel mit dem Heidelberger Retina Tomographen (HRT). Damit können kleinste Veränderungen diagnostiziert werden, noch bevor eine Beeinträchtigung des Sehvermögens messbar ist.

Makuladegeneration

Wie das Glaukom schreitet auch die Makuladegeneration schleichend voran. Unerkannt führt sie zur Zerstörung der Sinneszellen der Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens, der Makula. Sie gilt als häufigste Ursache für einen schweren Verlust des Sehvermögens im Alter. Oft ist zunächst nur ein Auge betroffen und das gesunde Auge gleicht die fehlende Sehleistung aus. Dadurch wird die Erkrankung meist erst erkannt, wenn beide Augen bereits geschädigt sind. Zur Früherkennung untersucht der Augenarzt den Augenhintergrund auf Veränderungen in der Netzhaut.

Netzhautvorsorge für Kurzsichtige

Viele Augenärzte empfehlen ihren Patienten mit starker Kurzsichtigkeit eine spezielle Netzhautvorsorge. Denn ab drei Dioptrien steigt das Risiko einer Netzhautablösung. Erste Schädigungen der Netzhaut können bei der Untersuchung frühzeitig erkannt werden. Gleichzeitig dient sie auch der Früherkennung von Gefäßerkrankungen der Netzhaut.

Spezielle Kinderuntersuchungen

Um Fehlsichtigkeiten, Schielen, angeborene Sehschwächen oder Wahrnehmungsstörungen bei ihren Kindern frühzeitig zu erkennen, können Eltern die Angebote für eine spezielle Kinder-Augenvorsorge nutzen. So lassen sich mögliche Fehlentwicklungen rechtzeitig behandeln.

Wer sich selbst oder auf Empfehlung seines Augenarztes für eine der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen entscheidet, sollte sich auf jeden Fall umfassend über deren Sinn und Notwendigkeit beraten lassen und den genauen Leistungsumfang gemeinsam mit dem Arzt schriftlich festhalten.