Vor der Schwangerschaft den Impfpass kontrollieren

Schwanger im Winter? Dann ist Grippeschutz empfehlenswert, so die Ständige Impfkommission. (Foto: Halfpoint / Fotolia)
Schwanger im Winter? Dann ist Grippeschutz empfehlenswert, so die Ständige Impfkommission. (Foto: Halfpoint / Fotolia)

Totimpfstoffe sind angeblich unbedenklich, Influenzaschutz wird sogar empfohlen

(dbp/auh) Impfen in der Schwangerschaft? Das ist nicht ganz so gefährlich, wie die meisten Menschen vermuten. Zumindest bei Totimpfstoffen ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) „eine Impfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich“. Dennoch wird von Impfungen im ersten Schwangerschaftsdrittel abgeraten.

Für Lebendimpfstoffe (Masern, Mumps, Röteln und Windpocken) gelten noch viel strengere Regeln. Sie dürfen Schwangeren gar nicht gegeben werden. Und kurz vorher auch nicht: „Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für drei Monate vermieden werden“, so das RKI.

Für alle Frauen mit Kinderwunsch heißt das: Zur Sicherheit den Impfstatus überprüfen lassen, bevor die praktische Familienplanung beginnt. Wichtig ist nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) der Schutz vor Masern, Windpocken, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis). „Zudem wird für alle Frauen im gebärfähigen Alter auch die Röteln-Impfung empfohlen, da diese Erkrankung in der Schwangerschaft besonders problematisch für das Ungeborene sein kann“, erläutert Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München.

Impfschutz ist wichtig für Mutter und Kind

Impfungen schützen die schwangere Frau vor Infektionskrankheiten und bewahren damit auch das Ungeborene vor gesundheitlichen Risiken. Denn während einer Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass Viren von der Mutter über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. „Dies kann im schlimmsten Fall zu Schädigungen des Kindes oder zu Fehl-, Tot-, oder Frühgeburten führen“, erläutert der BVF.

Auch das Neugeborene profitiert in seinen ersten Lebensmonaten von der Immunität, die die Mutter durch frühere Erkrankungen oder Impfungen erworben hat. Denn die Antikörper der Mutter werden auf das Ungeborene übertragen. „Nestschutz“ nennt man diesen Mechanismus.

Nicht jede Schwangerschaft wird generalstabsmäßig geplant. Was also ist zu tun, wenn eine Schwangere feststellt, dass sie Lücken im Impfausweis hat? Das RKI beruhigt: Unbesorgt impfen lassen kann sich die schwangere Frau zum Beispiel gegen Influenza (Grippe), Tetanus, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Keuchhusten oder Hepatitis A und B, denn gegen diese Infektionen wird mit Totimpfstoffen vorgegangen. Die Influenzaschutzimpfung wird sogar ausdrücklich von der Ständigen Impfkommissison (STIKO) empfohlen, wenn die Schwangerschaft in die Grippesaison fällt.

Vorsicht ist die Mutter…

Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten allerdings nur „dringend indizierte“ Impfungen durchgeführt werden, stellt das RKI fest. Interessant ist die Begründung für diese Vorsichtsmaßnahme, denn sie hat gar nichts mit einem tatsächlich angenommenen Risiko durch die Impfung zu tun. Laut RKI soll verhindert damit verhindert werden, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Fehlgeburten fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden und so „im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden“.